Schwarz Pharma Streit mit Mylan beigelegt

Im Patentstreit um das Magenmittel Omeprazol mit dem US-Konkurrenten Mylan gibt es eine vorläufige gerichtliche Einigung. Nach den jüngsten Kursgewinnen bleiben Anleger aber vorerst zurückhaltend.

Frankfurt am Main - Die Aktien des Monheimer Arzneimittelherstellers Schwarz Pharma notierten am Donnerstag schwächer. Bis zum späten Nachmittag verloren die Titel  des MDax-Unternehmens um 1,5 Prozent auf 25 Euro. Der Index  stieg zeitgleich um 0,8 Prozent auf 5030 Punkte.

Laut Gerichtsprotokoll aus den USA gab es eine vorläufige außergerichtliche Einigung von Schwarz Pharma mit Mylan Laboratories , wie Oliver Schlüter von der DZ-Bank sagte. "Eine abschließende Einigung beider Parteien, bei der Schwarz Pharma bis zu 50 Millionen Euro zahlen müsste, würden wir noch als positiv erachten, da dadurch das Rechtsrisiko aus der Klage von Mylan entfällt", sagte Schlüter. Mylan hatte im November 2002 Klage gegen die Schwarz Pharma-Tochter Kudco eingereicht. Dagegen dürfte eine Kompensation von mehr als 100 Millionen Euro Verkaufsdruck in der Aktie aufbauen, erwartet Schlüter.

Ein Händler sagte: "Die Schwarz-Pharma-Aktie hat in dieser Woche wegen der Spekulationen um eine mögliche Einigung im Streit um Omeprazol deutlich zugelegt und nun streichen Anleger Gewinne ein." In den vergangenen Tagen hatte die Streichung des für den 6. Juni angesetzten Gerichtstermins im Bundesstaat Delaware (USA) für Spekulationen in der Aktie gesorgt.

Verkaufsrenner im Schwarz-Pharma-Programm

Der Säure-Hemmer Omeprazol zur Behandlung von Sodbrennen ist ein Nachahmerpräparat des Magenmittels Prilosec des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca  und hatte Schwarz Pharma im ersten Quartal 2003 zu einem kräftigen Gewinnplus verholfen. Prilosec gehörte 2001 mit einem weltweiten Umsatz von fast sechs Milliarden Dollar zu den meistverkauften Medikamenten weltweit.

Im August vergangenen Jahres hatten das US-Unternehmen Mylan und die Novartis-Tochter Lek  überraschend ihre eigenen Omeprazol-Versionen auf den Markt gebracht. Schwarz Pharma hat nach einem gewonnenen Patentstreit mit AstraZeneca bislang allein das Recht, den Säurehemmer im weltweit lukrativsten Pharmamarkt USA zu verkaufen.

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