Postbank "Otto-Bank" auf der Wunschliste

Laut Medienberichten soll die Postbank Interesse bekundet haben, die Hanseatic Bank zu übernehmen. Erst vor wenigen Wochen hatte die Muttergesellschaft, der Versandhauskonzern Otto, bestätigt, einen Käufer für die auf Verbraucherkredite spezialisierte Bank zu suchen.

Düsseldorf - "Es laufen konkrete Gespräche", zitiert das "Handelsblatt" in seiner Online-Ausgabe am Montag aus Finanzkreisen. Ein Postbanksprecher wollte sich zur Hanseatic Bank auf Nachfrage von manager-magazin.de nicht äußern: "In der derzeitigen Phase können wir zu derartigen Spekulationen keine Stellung nehmen".

Im Börsenprospekt der Postbank ist allerdings nachzulesen: "Zur weiteren Expansion ihres Retailgeschäfts, insbesondere im Bereich der Konsumentenkredite, beabsichtigt die Postbank weiterhin Kreditportfolien oder andere Kreditinstitute zu erwerben. So prüft die Postbank derzeit den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an einer Retail-Bank mit einer Bilanzsumme von etwa 1,2 Milliarden Euro und einem Eigenkapital von rund 92 Millionen Euro".

Mit genau 92,2 Millionen Euro gibt die Hanseatic Bank selbst ihr Eigenkapital an. Ende Mai hatte ein Sprecher der Otto-Gruppe bestätigt, dass Otto die "Marktlage" für den Einstieg eines Investors prüfe und mit mehreren Interessenten aus dem europäischen Bankensektor im Gespräch sei. Experten schätzen den möglichen Erlös bei einem Komplettverkauf auf rund 250 Millionen Euro.

Allerdings stehen wohl nur 74,9 Prozent des auf Verbraucherkredite spezialisierten Instituts zum Verkauf, da Otto sich laut Finanzkreisen eine Sperrminorität erhalten wolle. Im Geschäftsjahr 2003/2004 erwirtschaftete die 1969 gegründete Hanseatic Bank (30 Niederlassungen, 300 Mitarbeiter) einen Überschuss von 13,4 Millionen Euro.

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