Wella Vorzugsaktionäre lassen nicht locker

Die Minderheitsaktionäre um den Hedgefonds Elliot und die Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka wollen ein verbessertes Angebot. Sie verlangen von Procter & Gamble für ihre Vorzugsaktien mindestens 90 Euro.

Frankfurt am Main - Der Streit um die Übernahme des Haarpflegemittelspezialisten Wella  geht in die nächste Runde. Die Minderheitsaktionäre, die rund 20 Prozent ausstehender Wella-Aktien halten, legen ihrer Forderung eine neue Analyse zur Bewertung von Wella zugrunde, die sie bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Susat in Auftrag gegeben haben, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Freitagausgabe) meldet.

Wella-Mehrheitsaktionär Procter & Gamble (P&G)  bietet Minderheitsaktionären bisher 72,86 Euro je Aktie. Sollte die Wella-Hauptversammlung am Dienstag kommender Woche wie geplant einen Beherrschungsvertrag mit Procter billigen, werden die Minderheitsaktionäre nach heutigem Stand ein Spruchstellenverfahren einleiten, wie es hieß.

Von 65 auf 72,86 auf 90 Euro?

Hintergrund des Streits: P&G hatte Wella vor einem knappen Jahr übernommen und den Altaktionären ursprünglich nur 65 Euro je Vorzugsaktie gezahlt. Für die Wella-Stammaktien zahlte P&G hingegen mehr als 90 Euro.

Nachdem sich einige Minderheitsaktionäre gegen diese Ungleichbehandlung gewehrt hatten, verkündeten die Amerikaner Ende April dieses Jahres, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht nun doch einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit Wella abzuschließen. Wichtigster Bestandteil: Das Angebot für die Vorzugsaktionäre wurde um mehr als 12 Prozent auf 72,86 Euro aufgestockt. Das ist den Anteilseignern um Elliot und Deka aber immer noch nicht hoch genug.

Auch Henkel  ist mit dem verbesserten Angebot unzufrieden, allerdings deshalb, weil der Konzern das erste Angebot (65 Euro) angenommen hatte und nun die Möglichkeiten einer Nachzahlung prüfen lässt.

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