Teures Öl "Begleiterscheinung eines Aufschwungs"

Der Ölpreis bleibt auf Zwölfjahreshoch. Konjunkturexperten versuchen, die Gemüter zu beruhigen. Mehr Hoffnung bedeuten dagegen die informellen Gespräche der OPEC. Das Kartell will die Förderung erhöhen.

Auf den internationalen Ölmärkten zeichnet sich vorerst keine Entspannung ab. Nach Darstellung von US-Ölexperten halten die starke weltweite Nachfrage, Angst vor möglichen Terrorattacken auf Ölanlagen im Nahen Osten, Versorgungsengpässe in den USA und der Irakkonflikt die Preise weiter auf hohem Niveau.

Zum Wochenschluss hatten die Rohöl- und Benzinpreise in New York neue Rekordstände erreicht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht in den steigenden Ölpreisen derzeit dennoch keine Gefahr für die konjunkturelle Erholung in Deutschland.

Der Ölpreisanstieg sei eine typische Begleiterscheinung eines Aufschwungs, sagte Gustav Horn, Leiter der Konjunkturabteilung des DIW, der "Welt am Sonntag". Zudem sei der in Dollar gerechnete Preisanstieg bei Öl durch die Wechselkursentwicklung des Euro bisher zum größeren Teil aufgefangen worden.

Mehr als 40 Dollar je Barrel

In New York erreichte der Preis für Rohöl zur Auslieferung im Juni an der Warenterminbörse Nymex am Freitag mit deutlich über 41 Dollar je Barrel einen Höchststand seit mehr als zwei Jahrzehnten. Exakt kletterte er an der Nymex (New York Mercantile Exchange) um 0,7 Prozent auf 41,38 Dollar je Barrel (ein Fass je 159 Liter).

Im Tagesverlauf hatte der New Yorker Rohölpreis sogar zeitweise einen Rekordstand von 41,56 Dollar erreicht. Das war der höchste Stand seit dem Beginn des Rohölhandel an der Nymex vor 21 Jahren.

OPEC diskutiert höhere Förderung

Die OPEC-Länder, die mehr als ein Drittel des globalen Ölangebots stellen, wollen höhere Ölproduktionsquoten diskutieren. Einige Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) wollen sich bereits während des vom 22. bis 24. Mai laufenden Treffens des International Energy Forum informell beraten.

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