ThyssenKrupp Es geht voran

Der Stahlkonzern bekommt die Belebung de Weltwirtschaft zu spüren: Umsatz und Ergebnis haben im abgelaufenen Quartal deutlich zugelegt. Sorgen bereitet allerdings der hohe Ölpreis. Konzernchef Schulz bleibt bis 2007.

Düsseldorf - Für das bis Ende September laufende gesamte Geschäftsjahr bekräftigte ThyssenKrupp seine Prognosen. In den ersten Monaten des Jahres 2004 habe sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld weiter aufgehellt und den Geschäftsverlauf positiv beeinflusst, teilte ThyssenKrupp am Freitag mit. Umsatz und insbesondere Auftragseingang hätten deutlich zugelegt.

So habe der Konzern im Ende März abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal 2003/04 im Vergleich zu dem um Verkaufserlöse bereinigten Vorjahreswert einen Anstieg des Gewinns vor Steuern von 20 Prozent auf 249 Millionen Euro verbucht.

Vor Jahresfrist hatte der Konzern noch 250 Millionen Euro verdient. Darin waren aber Erlöse aus Verkäufen in Höhe von 41 Millionen Euro enthalten.

Aufträge um 18 Prozent gestiegen

Den Umsatz für das zweite Quartal bezifferte ThyssenKrupp mit 9,8 (Vorjahr: 9,2) Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte um 18 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro zu. Die Nettofinanzverbindlichkeiten seien im Quartal um 45 Millionen Euro auf 4,28 Milliarden Euro gestiegen.

Im Halbjahr erreichte der Konzerngewinn 541 Millionen Euro nach 391 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Ohne den Ergebnisbeitrag des verkauften IT-Systemhauses Triaton in Höhe von 129 Millionen Euro betrage das Ergebnis 412 Millionen Euro, teilte ThyssenKrupp mit.

Jahresprognosen bekräftigt

Für das gesamte Geschäftsjahr bekräftigte der Konzern seine Planungen. Demnach peilt das Unternehmen bei einem Umsatzanstieg auf 38 (Vorjahr: 36,1) Milliarden Euro einen Vorsteuergewinn nahe einer Milliarden Euro an. "Mit konjunkturellem Rückenwind und ohne große Verwerfungen auf den Devisen- und Rohstoffmärkten könnten wir die eine Milliarde Euro im laufenden Jahr überschreiten", hieß es erneut.

Ölpreise belasten

ThyssenKrupp schränkte allerdings ein, der Konzern schätze insgesamt die Risiken für eine anhaltende Konjunkturerholung auf Grund der geopolitischen Lage und der Entwicklung auf den Rohstoff- und Energiemärkten höher als noch zu Jahresbeginn ein.

Ursache der derzeit steigenden Preise ist eine boomende chinesische Nachfrage nach Rohstoffen. Viele Rohstofflieferanten können den Bedarf nicht mehr decken. Der Preis für eine Tonne Koks, der für die Stahlherstellung benötigt wird, liegt beispielsweise mit rund 500 Euro je Tonne schon deutlich über den Stahlpreisen.

Konzernchef Schulz bleibt bis 2007

ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz soll die Geschicke des Industrieriesen bis zur Hauptversammlung im Januar 2007 lenken. Dies beschloss der Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG am Freitag in Düsseldorf.

Die bisherige Bestellung des 62-Jährigen zum Vorstandsvorsitzenden lief bis Ende Februar 2005. Schulz wurde 1998 Chef der Thyssen AG und 1999 nach der Fusion mit Krupp neben Gerhard Cromme Vorstandchef von ThyssenKrupp. Die alleinige Führung übernahm er im Oktober 2001.

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