Eon Erfolgreich im Kerngeschäft

Deutschlands größter Energiekonzern will nach einem starken Auftaktquartal im Gesamtjahr 2004 vor allem in seinem Kerngeschäft Energie deutlich zulegen. Erwartungen an ein größeres Engagement in Russland in nächster Zeit bremste Konzernchef Wulf Bernotat.

Düsseldorf - Im weiteren Jahresverlauf werde sich die Gewinndynamik insgesamt zwar etwas abschwächen, aber im Kerngeschäft Energie sollte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) prozentual zweistellig wachsen, teilte der Düsseldorfer Konzern am Donnerstag mit. Im ersten Quartal hatte Eon  mit einem Ebit von 2,345 Milliarden Euro das Vorjahresergebnis um knapp ein Viertel und die Markterwartungen um gut 200 Millionen Euro übertroffen.

Der Jahresüberschuss werde 2004 aber wohl niedriger ausfallen, weil nicht mehr so hohe Veräußerungsgewinne zu erwarten seien, bekräftigte der Konzern. Auf der Verkaufsliste von Eon stehen noch Anteile am Chemiekonzern Degussa , am Immobilienunternehmen Viterra und an dem Mobilfunkunternehmen One in Österreich. Im Quartal hatte sich der Überschuss aber noch einmal gegenüber dem Vorjahresquartal auf 1,455 (0,986) Milliarden Euro verbessert.

An der Börse gewannen Eon-Aktien mit 54,37 Euro rund 1,7 Prozent.

Analysten sind zuversichtlich

Analysten zeigten sich von der Gewinnentwicklung bei Eon nicht überrascht. Der Konzern sei üblicherweise mit seinen eigenen Prognosen sehr vorsichtig und überrasche lieber positiv, hieß es. Jason Steed von Lehman Brothers hob hervor, dass der Gasabsatz nicht so stark gefallen sei, wie man allgemein angesichts des wärmeren Winters in diesem Jahr erwartet hatte. Das für 2006 gesteckte Ebit-Ziel werde Eon wohl früher erreichen: "Wie es aussieht kommen sie (Eon) den 6,7 Milliarden Euro in diesem Jahr schon sehr nahe."

Bei Eon hat das Ebit das Betriebsergebnis als zentrale Steuerungsgröße abgelöst. Finanzvorstand Erhard Schipporeit hatte dies zuletzt mit der besseren Vergleichbarkeit der Geschäftsfelder im Konzern sowie der besseren Vergleichbarkeit von Eon mit anderen Unternehmen der Branche erklärt.

Höhere Strompreise

In Deutschland stiegen die Strompreise im Quartal vor dem Hintergrund höherer Großhandelspreise um durchschnittlich drei Prozent für die Haushaltskunden und um 15 Prozent für Industriekunden, hieß es. Eon machte hauptsächlich diese Entwicklung für den neunprozentigen Gewinnanstieg der Sparte Zentraleuropa - mit Kernland Deutschland - verantwortlich. Seit Herbst vorigen Jahres führt Eon seine Geschäfte in fünf regionalen Sparten.

Auf der Gasseite habe die erstmals volle Berücksichtigung der Ruhrgas die Einbußen mehr als wettgemacht, die man durch die diesjährige milde Witterung im Gasabsatz erlitten habe.

Abrücken von Russland

In einer Analystenkonferenz brachte Konzernchef Bernotat Klarheit in die seit Monaten viel diskutierte Russlandstrategie des Unternehmens. "Aus heutiger Sicht sehen wir keine großen Investments in Russland, weder kurz- noch mittelfristig", sagte er. Der russische Markt für Strom und Gas befinde sich in einer Phase der Neuorientierung. Deshalb sehe er geschäftliche Möglichkeiten eher langfristig. Eon hatte früher erklärt, grundsätzlich stärker in das russische Gasfördergeschäft einsteigen zu wollen.

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