Lebensversicherung Gericht gibt MLP Recht

Im Streit um die von MLP vertriebenen fondsgebundenen Lebensversicherungen hat der Finanzdienstleister vor Gericht einen Erfolg erzielt. Das Oberlandesgericht Karlsruhe wies die Klage eines Versicherten zurück, der seine Beiträge wegen angeblich zu optimistischer Modellrechnungen zurückgefordert hatte.

Karlsruhe / Hamburg - Ein ehemaliger Geschäftsstellenleiter von MLP  hatte gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber geklagt. Der Vorwurf: Die Modellrechnungen, die über die Ablaufleistung der von MLP vertriebenen Lebensversicherungen Auskunft geben, seien zu optimistisch. Die erhobenen Managementgebühren seien in der Modellrechnung nicht berücksichtigt und die Ablaufleistung daher unrealistisch hoch.

Mit der im Juni 2003 erhobenen Schadenersatzklage forderte der Kläger seine gezahlten Beiträge zurück: Die Klage stieß auf größeres Medieninteresse, da MLP bereits mehr als 200.000 solcher Lebensversicherungen verkauft hat.

Das Landgericht Heidelberg wies die Klage in erster Instanz bereits im November 2003 ab. Der von der Kanzlei Tilp & Kälberer vertretene Geschäftsstellenleiter legte daraufhin Berufung beim Oberlandesgericht Karlsruhe ein. Doch auch das OLG wies die Berufung jetzt zurück und ließ eine Revision des Urteils nicht zu. Das Urteil ist damit rechtskräftig (AZ 3 0 129/03).

Nachweis für falsche Berechnung blieb aus

Die Vorwürfe hätten "jeglicher Grundlage entbehrt", erklärte ein Sprecher von MLP am Mittwoch. Das Oberlandesgericht habe ebenso wie zuvor das Landesgericht die Klage zurückgewiesen, da kein Beleg für eine fehlerhafte Modellrechnung vorlag. Außerdem habe der ehemalige Geschäftsstellenleiter die Lebensversicherung praktisch an sich selbst verkauft und dafür eine Provision in Höhe von rund 3100 Euro kassiert, so das Gericht.

Der Nachweis, dass der Berater bei anderer Sachlage die Versicherung nicht abgeschlossen hätte, dürfte daher schwer fallen, ergänzte der Unternehmenssprecher. MLP habe dem Ausgang der rechtlichen Auseinandersetzung schon vor dem Urteil des OLG sehr gelassen entgegen gesehen.