Continental Runde Sache

Der Kfz-Zulieferer wächst offenbar ohne jegliche Bremsspuren weiter. Nach positiven Zahlen zum ersten Quartal geht das Unternehmen für das laufende Jahr von einer Steigerung bei Umsatz und operativem Ergebnis aus.

Hannover - Der vor der Übernahme seines Konkurrenten Phoenix  stehende Reifenhersteller und Automobilzulieferer Continental  ist mit einem Ergebnissprung ins neue Jahr gestartet und hat die Markterwartungen übertroffen. Bei einem höheren Umsatz steigerte Conti das operative Ergebnis um 34,5 Prozent auf 246,7 Millionen Euro, wie der Hannoveraner Konzern am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Durchschnitt für das erste Quartal ein operatives Ergebnis von 211 Millionen Euro erwartet.

Gleichzeitig verbesserte sich die Umsatzrendite auf 8,3 Prozent von zuvor 6,5 Prozent deutlich. Der Reingewinn erhöht sich um fast 50 Prozent auf 129,5 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 5,8 Prozent auf 2,986 Milliarden Euro.

Zu dem Ergebnisanstieg hätten alle Konzernbereiche beigetragen, sagte Finanzchef Alan Hippe. Ausblickend für das gesamte Jahr bekräftigte die Nummer vier im weltweiten Reifengeschäft die Prognose eines vor Restrukturierungskosten in den USA steigenden Umsatzes sowie eines höheren operativen Ergebnisses.

"Wir erwarten, dass die weltweite Pkw-Nachfrage für das Gesamtjahr auf dem Niveau von 2003 liegen und es bei der Lkw-Fertigung einen leichten Anstieg in Westeuropa und eine deutliche Steigerung in der NAFTA-Region geben wird", sagte Vorstandschef Manfred Wennemer. Der Preisdruck insbesondere in den USA werde anhalten. "Wir gehen für das gesamte Jahr 2004 - vor potenziellen Restrukturierungsaufwendungen in Nordamerika - von einer nochmaligen Steigerung des Konzern-Umsatzes und des operativen Ergebnisses aus", ergänzte Wennemer.

Hohe US-Restrukturierungskosten belasten das Ergebnis

Für das laufende Jahr hatte der Conti-Chef bereits weitere Verbesserungen in Aussicht gestellt. Gleichzeitig hatte Wennemer auch schon eingeschränkt, dass es schwer werden würde, das operative Rekordergebnis von 855 Millionen Euro 2003 zu übertreffen, wenn in den USA hohe Restrukturierungskosten anfielen.

Den möglichen Restrukturierungsaufwand für die US-Standorte hatte der Firmenchef auf bis zu 200 Millionen Dollar beziffert, was nach Ansicht von Branchenexperten eher für die Schließung eines Standortes spricht. Nach Einschätzung von Analysten kommt dafür das Werk in Mayfield (Kentucky) mit derzeit gut 1000 Beschäftigten in Frage. Dort will der Konzern nach eigener Aussage in diesem Sommer etwa ein Fünftel der Belegschaft abbauen.

Zudem will Conti den Autozulieferer Phoenix für knapp 230 Millionen Euro übernehmen und mit seiner Tochter ContiTech verschmelzen.

Wandelanleihe angekündigt

Conti kündigte am Dienstag zudem die Ausgabe einer Wandelanleihe in Höhe von 350 Millionen Euro an, mit einer Kuponspanne von 1,625 bis 2,125 Prozent. Mit diesem Schritt solle die langfristige Wachstumsstrategie des Automobilzulieferers unterstützt werden, teilte das Unternehmen mit.

Die Anleihe wird laut Continental vom Unternehmen garantiert und ist vorbehaltlich von Anpassungen in etwa 8,5 Millionen Continental-Aktien wandelbar. Sie hat eine Laufzeit von sieben Jahren und kann innerhalb der ersten fünf Jahre nicht gekündigt werden. Derzeitige Continental-Aktionäre haben kein Bezugsrecht. Die endgültigen Konditionen sollten im Zuge eines Bookbuilding-Verfahrens noch im Laufe des Tages bestimmt werden.

"Die Zahlen lesen sich gut", sagten Börsenhändler. Allerdings überrasche die Wandelanleihe negativ. Dadurch könnten Impulse für eine Kursentwicklung der Aktie kompensiert werden.

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