Montag, 9. Dezember 2019

Auktionsverfahren Wie Sie Google-Aktien ersteigern

Mit einer so genannten "Holländischen Auktion" will die Suchmaschine Google ihre Aktien unters Volk bringen. Das Verfahren soll laut Google für einen fairen Preis sorgen und dürfte das Interesse an den Aktien weiter steigern.

Hamburg - Üblicherweise legen das Unternehmen und die beauftragten Konsortialbanken die Zahl und den Ausgabepreis der Aktien fest. Legen die Aktien an ihrem ersten Handelstag deutlich zu, kassieren diejenigen am meisten, die als gute Kunden der Banken oder im Rahmen eines "Friends-and-Family"-Programms die meisten Aktien zugeteilt bekommen haben.

 Google unter dem Hammer: Investoren können im Netz bieten und hoffen
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Während des Börsenhypes kletterten Werte wie Amazon Börsen-Chart zeigen oder Infineon Börsen-Chart zeigen am ersten Tag um mehr als 50 Prozent: Banken, Unternehmen und Freunde des Unternehmens machten Kasse, während die Aktien in der Folgezeit meist nur den Weg nach unten kannten.

Bei Google soll alles anders werden. Die Bieter und nicht die Investmentbanken sollen den Ausgabepreis der Aktien bestimmen. Die Holländische Auktion habe zum Ziel, dass der Preis der Aktien in den Tagen nach dem Börsengang relativ stabil bleibe, teilte Google mit. Ein hehres Vorhaben.

Bieter statt Banken bestimmen den Preis

Nach Einschätzung des "Wall Street Journal" (WSJ) birgt das Auktionsverfahren jedoch auch Risiken. Die Aktionäre selbst könnten den Preis im Bieterrausch vorab in ungeahnte Höhen treiben und dafür sorgen, dass nach dem Börsengang kein Raum mehr für Kursgewinne bleibt.

Die Auktion soll folgendermaßen funktionieren: Zu Beginn legt Google eine Preisspanne für seine Aktien fest. Interessierte Investoren müssen ein Konto bei einer der Konsortialbanken eröffnen, zu denen bislang Morgan Stanley und die Credit Suisse First Boston gehören, berichtet das WSJ. Weitere Banken dürften in Kürze hinzukommen.

Der Interessent erhält eine Bieter-ID von der beteiligten Bank, sobald diese die Kreditwürdigkeit des Kunden geprüft hat. Vorher muss sich der Investor noch per E-Mail den Emissionsprospekt von Google zuschicken lassen und den Empfang bestätigen. Dann haben Investoren die Möglichkeit, per Internet, Telefon oder Fax Gebote abzugeben. Sie müssen angeben, wie viele Aktien sie kaufen wollen und welchen Preis sie zu zahlen bereit sind.

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