Das Gesetz Was sich ändert, wen es trifft

Das Alterseinkünftegesetz ebnet den Weg zur nachgelagerten Besteuerung der Renten. In 35 Jahren sollen Renten voll der Steuer unterliegen, die Beiträge aber steuerfrei sein. Das Gesetz hat weitreichende Folgen für die Versicherten. Im folgenden die wichtigsten Änderungen.

Nachgelagerte Besteuerung

: Von den Gesamtbeiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung soll zunächst ein Anteil von 60 Prozent von der Besteuerung frei gestellt werden. Der Arbeitgeberanteil von 50 Prozent ist heute schon steuerfrei. Die Freistellung und damit Entlastung der Beitragszahler steigt dann bis 2025 jährlich um 2 Punkte auf 100 Prozent. Auszahlungen der gesetzlichen Rente unterliegen dagegen von 2005 an zunächst zu 50 Prozent einer Besteuerung; die volle Besteuerung ist erst für Rentnerjahrgänge, die 2040 in den Ruhestand gehen, geplant.

Betroffene: Einbußen kommen auf besser situierte Ruheständler zu, die neben der gesetzlichen Rente weitere Einkünfte haben. Denn die Steuerzahlung beginnt für Alleinstehende erst ab jährlich 18.900 Euro, wenn es keine anderen Einkünfte gibt. Von den rund 14,2 Millionen steuerpflichtigen Rentnern beziehungsweise Rentner- Ehepaaren zahlen nur rund zwei Millionen tatsächlich Steuern. Durch die Neuregelung kommen laut Bundesregierung 1,3 Millionen hinzu.

"Unisex-Tarife": Für die private Altersvorsorge mit der staatlich geförderten Riester-Rente werden ab 2006 künftig einheitliche Tarife für Männer und Frauen vorgeschrieben. Frauen sollen dann bei gleichen Prämienzahlungen auch Auszahlungen in derselben Höhe erhalten. Bisher fallen die Erträge wegen der höheren Lebenserwartungen der Frauen niedriger aus. Männer müssen künftig mit höheren Beiträgen rechnen. "Unisex"-Tarife sollen in Vorsorgeverträgen berücksichtigt werden, die nach dem 31. Dezember 2005 abgeschlossen werden. Die Versicherer müssen die über 3000 für die Förderung zugelassenen Musterverträge bis Ende 2005 umstellen. Laufende Policen sind nicht betroffen.

Kapitallebensversicherung: Bisher mindern nicht nur Beiträge für die Lebensversicherung das zu versteuernde Einkommen. Auch Erträge sind steuerfrei, wenn der Vertrag mindestens über zwölf Jahre läuft. Dieses "Steuerprivileg" soll bei Neuverträgen nach 2005 abgebaut werden.

Versicherungsbeträge werden bei Auszahlung besteuert. Bei Policen mit 12 Jahren Mindestlaufzeit und Auszahlungen ab dem 60. Lebensjahr ist über eine besondere Berechnungsmethode ("Fünftelung") aber eine Milderung der Steuerpflicht vorgesehen. Beispiel: Bei einer Kapitallebensversicherung mit jährlicher Sparleistung von 6000 Euro über 12 Jahre und einem Ertrag von 28.000 Euro sind nach Branchenangaben 7980 Euro Steuer fällig.

Betriebsrenten: Für die steuerfreie Umwandlung von Lohnanteilen in Beiträge zur betrieblichen Vorsorge gilt derzeit eine Obergrenze von 2472 Euro. Beiträge vom Arbeitgeber für Direktversicherungen und Pensionskassen können zudem bis zu 1752 Euro im Jahr pauschal mit 20 Prozent versteuert werden. Das fällt künftig weg. Rot-Grün will die Gesamthöhe der steuerlichen Förderung der Betriebsrenten dafür um 1800 Euro auf 4270 Euro aufstocken.

Altersvorsorge: Die Zeit läuft ab

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