Bayer Geschäft läuft deutlich besser

Der Chemie- und Pharmakonzern rechnet für das erste Quartal mit einem bereinigten operativen Gewinn auf Vorjahresniveau. Dies wären etwa 30 Prozent mehr als bislang erwartet. Das Pharmageschäft dürfte jedoch ab Jahresmitte schwieriger werden - Bayers Blockbuster Ciprobay verliert den Patentschutz.

Leverkusen - "Wir haben einen Konsensus bei den Analystenschätzungen erhalten und haben entschieden, den Markt zu informieren, dass wir bessere Ergebnisse erwarten als der Konsensus zeigt", erläuterte ein Sprecher von Bayer  am Mittwoch die überraschende Mitteilung des Konzerns.

Ebit von 833 Millionen Euro

Bayer sprach von einem "erfreulichen Geschäftsverlauf" im ersten Quartal. Nach Konzernangaben bewegt sich das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) etwa auf dem Niveau des Vorjahreswertes von 833 Millionen Euro. Damit hätte das Ebit im Auftaktquartal die Analystenschätzungen voraussichtlich um etwa 25 bis 30 Prozent übertroffen. Im Schnitt hatten die von Bayer befragten Analysten für die ersten drei Monate das bereinigte Ebit mit 635 Millionen Euro vorausgesagt.

Jahresprognose bekräftigt

Ausblickend bekräftigten die Leverkusener frühere Prognosen, wonach 2004 das bereinigte Ebit und das Ebitda jeweils voraussichtlich mehr als zehn Prozent zulegen werden.

Angaben zur Umsatzentwicklung im ersten Quartal werde Bayer am Freitag während der Jahreshauptversammlung machen, sagte der Sprecher weiter. Bayer will seinen vollständigen Quartalsbericht am 10. Mai veröffentlichen.

Pharmasparte vor Durststrecke

Blockbuster Ciprobay verliert Patentschutz

Nach einem relativ guten Jahr 2003 steht die Pharmasparte des Bayer-Konzerns vor einer neuen, zweijährigen Durststrecke. "Im laufenden Jahr und voraussichtlich auch 2005 werden wir durch den Patentablauf bei Ciprobay in den USA Umsatz verlieren", sagte Spartenchef Wolfgang Plischke dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe). Hoffnungen, den Patentverlust beim bisherigen Spitzenprodukt durch neue Produkte wie das Erektionsmittel Levitra voll zu kompensieren, würden sich damit offenbar nicht erfüllen, schreibt die Zeitung.

"Wenn wir die Delle bei Cipro überwunden haben, wird Bayer Pharma wieder eine wachsende Einheit sein", sagte Plischke. Das Antibiotikum Ciprobay trug mit 1,4 Milliarden Euro Umsatz fast ein Drittel zum Geschäft bei, verliert aber zur Jahresmitte den Patentschutz in den USA.

Experten von Goldman Sachs gehen laut Zeitung davon aus, dass dann rund 500 Millionen Euro Cipro-Umsatz von Generika-Konkurrenz bedroht sind. Rund 600 Millionen Euro Umsatz würden zudem entfallen, wenn das Geschäft mit Blutplasma-Produkten wie geplant verkauft werde. Insgesamt dürfte damit der Umsatz der Sparte auf unter 4 Milliarden Euro schrumpfen.