MLP Alte Zahlen in neuem Kleid

MLP hat in 2003 nach dem neuen Bilanzstandard IFRS seinen Vorsteuergewinn gesteigert. Der Nettogewinn allerdings fällt geringer aus. Mit Angaben zum ersten Quartal hält sich der Finanzdienstleister zurück, bestätigt aber die Jahresprognose.

Frankfurt/Heidelberg - MLP  hat am Mittwoch seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. "Die operative Entwicklung in den ersten Monaten stimmt uns für den Rest des Jahres sehr zuversichtlich", sagte Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg in Heidelberg. Quartalszahlen legte der Konzern nicht vor.

Beim Ertrag und beim Ergebnis werde weiterhin mit einem zweistelligen Wachstum gerechnet. Im ersten Quartal 2004 habe sich MLP wegen der absehbaren Veränderungen in der privaten Altersvorsorge im Rahmen des Alterseinkünftegesetzes auf die Beratung des Kundenbestandes konzentriert. Die Zahl der Neukunden wuchs im ersten Quartal um 9500. Das Plus bei den Lebensversicherungen habe im ersten Jahresviertel rund 30 Prozent betragen, hieß es.

Der Finanzdienstleister hat am Mittwoch zudem seinen Jahresabschluss 2003 auf Basis des ab 2005 vorgeschriebenen Bilanzstandards IFRS vorgelegt und demzufolge einen höheren Gewinn vor Steuern ausgewiesen.

Der Vorsteuergewinn habe 2003 nach der von MLP erstmals angewandten internationalen Rechnungslegung bei 68,9 Millionen Euro gelegen, teilte das im Nebenwerte-Index MDax gelistete Unternehmen am Mittwoch mit. Nach dem bisher erstellten deutschen HGB-Abschluss hatte MLP einen Vorsteuergewinn von 62,9 Millionen Euro erreicht - leicht unterhalb des eigenen Ziels von 65 Millionen. Der Nettogewinn nach IFRS habe 2003 allerdings lediglich bei 39,3 Millionen Euro gelegen, während nach HGB noch 41,1 Millionen Euro ausgewiesen wurden.

MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg will mit der parallel vorgestellten Bilanz nach dem internationalen Bilanzregeln die Transparenz für die Anleger erhöhen. MLP hatte in den vergangenen Jahren bei den Investoren viel Kredit verspielt, nachdem in Medienberichten Zweifel an den Bilanzierungsmethoden des Unternehmens geäußert worden waren. Schroeder-Wildberg hatte daraufhin noch als Finanzvorstand die Bilanz auf eine konservativere Basis gestellt und dabei hohe Verluste in Kauf genommen.