Volkswagen Das Emirat kauft sich ein

Der Kauf des Flottenmanagers Leaseplan könnte die Aktionärsstruktur bei Volkswagen durcheinander wirbeln. Um den Deal liquiditätsschonend zu finanzieren, wollen die Wolfsburger offenbar eigene Aktien an das Emirat Abu Dhabi weiterreichen.

Hamburg/Frankfurt - Volkswagen  wird möglicherweise mit der staatlichen Investmentgesellschaft des Emirats Abu Dhabi einen neuen Großaktionär bekommen. Wenn Vorstand und Aufsichtsrat sowie die Investmentgesellschaft zustimmen, könnte der Konzern die am Donnerstag verkündete Übernahme des Autoflottenmanagers Leaseplan finanzieren, indem Abu Dhabi Anteile an VW kauft.

Wie die Finanznachrichtenagentur "Dow Jones Newswires" am Donnerstag aus Finanzkreisen erfuhr, will Volkswagen das Geschäft "möglichst liquiditätsschonend" vollziehen. Den Preis für Leaseplan von rund einer Milliarde Euro kann der Konzern komplett in eigenen Aktien begleichen. Diese könnten demnach vom Emirat übernommen werden.

Dafür müsste Volkswagen ein etwa 6,5-prozentiges Paket seiner Stammaktien einsetzen. Sollte Abu Dhabi die Anteile übernehmen, ist das Emirat der zweitgrößte Aktionär nach dem Land Niedersachsen.

Volkswagen kontrolliert laut Geschäftsbericht 2003 rund 13 Prozent der eigenen Stammaktien über die Volkswagen Beteiligungs-Gesellschaft. Als größter Einzelaktionär besitzt das Land Niedersachsen 18,2 Prozent aller Stammaktien. Der US-Investmentberater Brandes - bislang die Nummer zwei - kontrolliert 6,15 Prozent der Stammaktien.

Ministerpräsident Wulff: Ein "seriöser Partner"

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat das möglichen Einstieg Abu Dhabis begrüßt. Das Emirat sei ein "seriöser Partner für eine langfristige Zusammenarbeit", sagte der CDU-Politiker am Rande der VW-Hauptversammlung in Hamburg.

"Wir erlangen einen strategischen Partner mit Familien, die an wichtigen Konzernen der Welt beteiligt sind und der Regierung Abu Dhabis, die sich hier einbringen will", erklärte Wulff. Das Interesse des Emirats unterstreiche zudem, dass das VW Gesetz keine abschreckende Wirkung auf ausländische Investoren habe, wie von der EU-Kommission in Brüssel behauptet. Wulff ist stellvertretender VW-Aufsichtsratschef bei Volkswagen.