General Motors Prognose treibt DaimlerChrysler an

Mit General Motors (GM) erhöht der weltgrößte Autobauer überraschend seine Gewinnprognose. Findet die Rabattschlacht in den USA ihr Ende? An der Börse ziehen die Aktien von DaimlerChrysler jedenfalls kräftig an.

Detroit/Frankfurt am Main - Der weltgrößte Autokonzern General Motors  (GM) hat im ersten Quartal 2004 weniger verdient als ein Jahr zuvor. Der Nettogewinn fiel auf 1,28 Milliarden Dollar oder 2,25 Dollar je Aktie nach 1,48 Milliarden Dollar oder 2,71 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum, wie das US-Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Umsatz sei um 3,1 Prozent auf 47,8 Milliarden Dollar gestiegen.

GM erhöhte seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr auf sieben Dollar je Aktie von zuvor erwarteten 6,00 bis 6,50 Dollar und teilte mit, es erwarte verbesserte Konjunkturbedingungen in den USA im Jahr 2004. Die Aktie von GM zog im vorbörslichen Handel am Dienstag in New York um 2,28 Prozent auf 47,20 Dollar an.

DaimlerChrysler-Aktie setzt sich an die Dax-Spitze

Aktien von DaimlerChrysler  verbesserten sich nach Bekanntgabe des GM-Ausblicks ebenfalls. Die Daimler-Aktie weitete am Nachmittag ihre Kursgewinne aus und führte die Gewinnerliste im Dax  mit einem Aufschlag von knapp vier Prozent auf 34,86 Euro an.

"Die erhöhte GM-Prognose lässt darauf schließen, dass sich die Rabattschlacht in den USA zumindest nicht weiter beschleunigt, und davon profitieren alle Volumenhersteller in den USA", sagte Marc-Rene Tonn, Autoanalyst bei der Vereins- und Westbank .

Bereits am Vorabend hatte sich Chrysler-Chef Dieter Zetsche zuversichtlich zu den Aussichten des angeschlagenen US-Autobauers für dieses Jahr geäußert und zudem angekündigt, Chrysler-Modelle künftig mit niedrigeren Rabatten in den Markt bringen zu wollen.

Chrysler will künftig weniger Rabatt gewähren

Er wolle mit der unter seinen Händlern verbreiteten Meinung aufräumen, Chrysler-Autos ließen sich nur mit hohen Rabatten verkaufen. "Wir versuchen, unsere neuen Fahrzeuge mit niedrigeren Listenpreisen und dadurch auch niedrigeren Rabatten einzuführen", sagte er der FTD (Dienstagausgabe). Das erfordere ein Umdenken bei der Verkaufsmannschaft, die nun andere Argumente bringen müsse. Zetsche zeigte sich "überzeugt, dass die Talsohle überwunden ist." Beim Nettoergebnis wolle man 2004 positiv abschließen, sagte er.

Chrysler, der US-Teil des deutsch-amerikanischen Konzerns, litt wie die meisten anderen Hersteller von Großserienfahrzeuge unter den Rabatten am US-Markt. Um überhaupt größere Stückzahlen verkaufen zu können, überboten sich die Firmen mit Preisnachlässen.