Märkte Aktienstrategen zeigen sich "bullish"

Im Moment sieht es nicht danach aus. Doch Aktienstrategen rechnen damit, dass der Dax in den kommenden Wochen und Monaten deutlich anziehen wird. Und wo steht der Index am Jahresende? 16 Institute geben eine Antwort.

Frankfurt - Trotz der zeitweise deutlichen Kursverluste des Deutschen Aktienindex (Dax ) in den vergangenen Wochen rechnen Aktienstrategen weiterhin mit einem Anstieg des führenden deutschen Börsenbarometers in den kommenden Monaten. Vor allem die Erholung der Wirtschaft in den USA dürfte auch in Deutschland die Aktienkurse nach oben treiben, sagen Experten.

"In den kommenden Wochen dürfte es am Markt noch etwas nach oben gehen. Die starke US-Berichtssaison hilft auch den europäischen Börsen", sagt Rolf Elgeti, Aktienstratege bei Commerzbank Securities in London. "Danach dürfte die Luft allerdings wieder ein bisschen raus sein."

Auch nach Einschätzung anderer Aktienstrategen gehen die Impulse für den deutschen Leitindex vor allem von der weltgrößten Volkswirtschaft USA aus. In den vergangenen beiden Wochen haben eine Reihe von US-Unternehmen wie die Investmentbank Merrill Lynch, der Softwareanbieter Siebel Systems , der weltgrößte Computerkonzern IBM  und der Handy-Chiphersteller Texas Instruments  gestiegene Gewinne ausgewiesen.

Strategen sehen neue Dax-Höchststände

Aktienstrategen rechnen damit, dass der Dax in den kommenden Wochen Anlauf auf neue Höchststände nehmen könnte. Ende Januar war der Index bei 4175 Punkten auf den höchsten Stand seit Sommer 2002 geklettert. Im März war der Dax nach den Attentaten in Madrid auf rund 3700 Zähler eingebrochen, hat in den vergangenen Wochen seine Verluste allerdings größtenteils wieder wettgemacht.

"In den nächsten Monaten sollten die Jahreshöchststände vom Januar wieder erreicht werden", prognostizieren zum Beispiel die Börsenexperten von der Postbank. Roland Ziegler, Aktienstratege von der ING BHF-Bank, ist zuversichtlich, dass der Dax bis zum Sommer durchaus auch auf bis zu 4500 Punkte klettern kann. "Die Dollar-Erholung gibt den Börsen der Euro-Zone und vor allem auch dem Dax Auftrieb", sagte Ziegler.

Im Schnitt erwarten 15 von Reuters befragte Banken einen Dax-Stand von knapp 4400 Punkten zum Ende des Jahres. Damit würde der deutsche Leitindex vom jetzigen Niveau noch rund zehn Prozent zulegen. Der rasante Höhenflug des wichtigsten deutschen Börsenindex 2003 dürfte sich damit aber nicht wiederholen. Im vorigen Jahr hatte der Dax rund 40 Prozent an Wert zugelegt und sich damit besser entwickelt als die meisten anderen großen Indizes.

Wall Street gibt den Takt vor, Dax-Prognosen der einzelnen Banken

Wall Street gibt aber weiter den Takt vor

Die Aktienexperten sind sich einig: Der Auftrieb für den deutschen Aktienmarkt geht vor allem von den USA aus. "Die Impulse für den Dax kommen eher von außen, denn das Wachstum in Deutschland verläuft eher schleppend", sagt Carsten Klude, Aktienstratege bei MM Warburg.

"Die Erholung in Europa ist zwar sehr, sehr schwach, aber die Konjunktur in den USA und die Weltwirtschaft entwickeln sich gut." Davon profitierten auch Dax-Unternehmen, fügt Klude hinzu.

Elgeti sieht ebenfalls ein fehlendes Eigenleben des deutschen Leitindexes. "Die meisten internationalen Investoren schauen darauf, welchen Trend es in den USA gibt und suchen dazu dann ein Gegenstück in Europa oder Deutschland."

Die Prognosen der Banken

Wo steht der Dax am Jahresende?

Datum der Umfrage April 2004 Dezember 2003
Bankgesellschaft Berlin 4500 4500
Bayerische Landesbank 4300 -
Commerzbank 4400 4300
Deutsche Bank 4700 4500
DZ Bank 4500 4600
HSBC 4000 4000
HVB 4250 4150
ING BHF-Bank 4300 4300
Landesbank Rheinl.-Pf. 4700 4300
LBBW 4400 4400
MM Warburg 4600 4600
Postbank 4400 -
Sal.Oppenheim 4200 4200
West LB 4300 4300
WGZ - 4600
UBS 4300 -
Durchschnitt 4390 4365
Prognosen der einzelnen Banken für den Dax zum Jahresende 2004 in Punkten

Myria Mildenberger, Reuters

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