Donnerstag, 19. September 2019

Wall-Street-Ausblick Microsoft wird der Prüfstein

Ist die Technologie-Party schon vorbei? Nein, meinen die Optimisten an der Wall Street – trotz jüngster Rückschläge der Nasdaq. Technologiefirmen wollen den Sprung an die Börse wagen. Auch Google wird wieder heiß gehandelt. Doch es gibt Faktoren, die bedenklich stimmen.

New York - Was ist der Unterschied zwischen Google und dem Vatikan? Über die Finanzen des Heiligen Stuhls sind Fachleute bestens informiert. Über Google weiß man hingegen nichts. Umsatz? Vermutlich bei einer Milliarde Dollar. Gewinn? Wohl schon länger. Wachstum? Sicherlich. Für ein Unternehmen, das einen der größten Börsengänge der US-Geschichte aufs Parkett legen will, ist das etwas wenig.

Geht ihm die Luft aus? Die Aktienindizes an der Wall Street sind im Gegensatz zu Dax und Co. nicht mehr so weit von alten Höchstständen entfernt. Damit könnte es für manchen Börsenaspiranten allmählich eng werden
Doch jetzt kommt (fast) alles ans Licht.

Google unterliegt einer wenig bekannten Bestimmung des amerikanischen Aktienrechts, nach der ein Unternehmen bei der Börsenaufsicht SEC einen Jahresabschluss (so genanntes Form 10) zu hinterlegen hat, wenn es mehr als 500 Aktionäre besitzt. Ob die Firma börsennotiert ist, spielt keine Rolle. Die weiteren Details des Gesetzespassus sind sterbenslangweilig - entscheidend aber ist, dass Google bis zum 29. April 2004 die Hosen herunter lassen muss.

Und wenn die Kalifornier ihr Schweigen ohnehin brechen müssen, dann werden sie gleich einen kompletten Emissionsprospekt veröffentlichen, glauben einige Analysten. In dem muss dann so ziemlich alles drinstehen - zum Beispiel, wie Googles Verträge mit Amazon Börsen-Chart zeigen oder AOL Börsen-Chart zeigen aussehen.

Wichtige Unternehmensdaten:
Montag
Eli Lilly
Dienstag
Altria
General Motors
Bank One
Motorola
Mittwoch
Coca-Cola
Ebay
Ford
JPMorgan
Qualcomm
SBC Communications
Donnerstag
Amazon.com
AT&T
Merck
Microsoft
Texas Instruments
Freitag
Keine
Wieviel das Unternehmen tatsächlich an den im Internet inzwischen allgegenwärtigen AdWords verdient, jenen Anzeigen, die sich thematisch auf die auf der Seite veröffentlichten Inhalte beziehen. Oder welche Geschäftsrisiken das Google-Management für die kommenden Jahre erwartet.

Google ist schon seit Jahren ein heißer IPO-Kandidat, aber die Eigentümer der Firma haben mit dem Börsengang gewartet, bis sich die Wachstumsbörse Nasdaq nach drei schlimmen Jahren wieder aufgerappelt hat. Aber hat Google vielleicht zu lange gezaudert? Derzeit sieht es so aus, als ob die Party an der Nasdaq (Plus im Jahr 2003: etwa 46 Prozent) ihrem Ende entgegen geht. Der Nasdaq Composite Börsen-Chart zeigen hat in der zweiten Woche in Folge an Boden verloren und ist sogar wieder unter die Marke von 2000 Punkten gerutscht.

Kein Grund zur Sorge, beschwichtigen Analysten. Laut Berechnungen der Investmentbank Merrill Lynch haben in der derzeit laufenden Quartalssaison 70 Prozent der Unternehmen, die bereits Zahlen gemeldet haben, die Erwartungen der Wall Street erfüllt. Stimmt. Nur leider befinden sich unter jenen, die durchgefallen sind, einige der weltweit wichtigsten Technologieunternehmen: Die Zahlen von Nokia Börsen-Chart zeigen waren unterirdisch, IBM Börsen-Chart zeigen überzeugte die Börse ebenfalls nicht.

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