Aventis Milliardenschwere Maßnahme

Der französische Pharmakonzern Sanofi-Synthelabo hat am Ostermontag bei der US-Börsenaufsicht SEC sein Angebot für die Übernahme des Rivalen Aventis eingereicht. Derweil startet Aventis eine weitere Offensive in der Abwehrschlacht.

New York - Wie Sanofi Synthelabo  in New York bekannt gab, erklärte die SEC die abgegebene Offerte als gültig. Sanofi hat bereits am Montag damit begonnen, in den USA ansässigen Aktionären von Aventis  das Angebot zu unterbreiten.

Die inzwischen 45,7 Milliarden Euro schwere feindliche Sanofi-Offerte hatte Aventis wiederholt als zu niedrig und zu riskant abgelehnt. Der Aufsichtsrat des attackierten Konzerns beschloss, den Schweizer Wettbewerber Novartis  zu Gesprächen über einen Zusammenschluss einzuladen.

Novartis-Chef Daniel Vasella hatte aber bereits als Bedingung für Gespräche eine neutrale Haltung der französischen Regierung genannt. Paris favorisiert bislang einen Zusammenschluss mit dem heimischen Rivalen Sanofi.

Börsenaufsicht prüft Abwehrmaßnahmen

Die französische Börsenaufsicht AMF will in dieser Woche über die Pläne von Aventis befinden, im Zuge der Abwehr des Sanofi-Angebots seinen Aktionären Bezugsrechte anzubieten. Es werde geprüft, ob die Pläne mit den geltenden Übernahmeregeln übereinstimmten, hatte die AMF vergangene Woche mitgeteilt.

Durch die Emission der Bezugsrechte soll Sanofi daran gehindert werden, Patent-Risiken bei dem lukrativen Sanofi-Medikament Plavix im Falle der Übernahme auf Aventis-Aktionäre zu übertragen. Die Bezugsrechte für neue Aktien gelten für den Fall, dass die Sanofi-Offerte erfolgreich ist und eine Nachahmerversion von Plavix vor 2007 auf den US-Markt kommt. Nach Einschätzung von Analysten nimmt mit dem Bezugsrechte-Vorhaben der Druck auf Sanofi zu, seine Offerte aufzubessern.

Aventis will Aktien zurückkkaufen

Aventis plant nach einem "Welt"-Bericht zudem ein umfangreiches Aktienrückkauf-Programm. Wie die Zeitung berichtet, will sich der Vorstand auf der Hauptversammlung Mitte Mai die milliardenschwere Maßnahme genehmigen lassen.

Dies gehe aus der Einladung zum Aktionärstreffen hervor, heißt es in dem Bericht. Demnach sollen bis zu zehn Prozent der eigenen Aktien zurückgekauft und damit vom Markt genommen werden können. Die Transaktion würde einen Wert von maximal acht Milliarden Euro haben und sei die dritte Säule des aktuellen Abwehrkatalogs von Aventis.

Bereits auf der letzten Aufsichtsratssitzung habe der Konzern eine verdeckte Kapitalerhöhung durch die Ausgabe von Optionsscheinen und die Stimmrechtsbeschränkung auf Hauptversammlungen beschlossen, schreibt die "Welt" weiter. Falls Aventis das Aktienrückkauf-Programm umsetze, könnte dies den Aktienkurs maßgeblich beeinflussen.

Französische Übernahme-Experten zweifeln daher an der Rechtmäßigkeit der Maßnahme und erwarten, dass sich die Pariser Börsenaufsicht in dieser Woche auch mit dem Aktienrückkauf-Programm beschäftigt.

Sanofi prüft derzeit seinerseits rechtliche Schritte gegen die Abwehrmaßnahmen des Konkurrenten. Nach französischem Gesetz ist der Erwerb eigener Aktien während eines Übernahmeversuchs nur im Ausnahmefall möglich.