Versicherung Beiträge für den Autoschutz steigen

Der Preiskampf der Autoversicherer nähert sich dem Ende. Zunächst sollen Neuverträge deutlich teurer werden - ab Oktober trifft es nach steigenden Schadensausgaben auch bestehende Policen.

München - Im Durchschnitt bis zu acht Prozent sollen Neuverträge für die Autoversicherung teurer werden. Das kündigte Präsidiumsmitglied Bruno Gas vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft an.

Der Grund: Die Assekuranz steckt in dieser Sparte nach jahrelanger Preiskonkurrenz tief in den roten Zahlen. Für 1999 soll sich der Verlust im reinen Kfz-Versicherungsgeschäft auf vier Milliarden Mark nahezu verdoppeln. Die Einnahmen werden voraussichtlich um 1,3 Prozent auf 38,5 Milliarden Mark sinken.

Harter Wettbewerb und Preiskampf hätten in den letzten Jahren zu immer mehr Schutz bei stets sinkenden Beiträgen geführt, beklagte Gas. Er räumte aber ein, daß die Versicherungen unterm Strich durch Rückversicherungen, Kapitalerträge und Rückstellungen in der Regel deutlich schwarze Zahlen schreiben. Insbesondere bei der Unfallversicherung kassiert die Assekuranz mehr als sie ausgeben muß. Eine Quersubventionierung unter den Sparten ist allerdings verboten.

Mehraufwand bei Schäden hebt Prämie

Schuld an den versicherungstechnischen Verlusten im Auto-Geschäft sei vor allem die Haftpflicht-Sparte mit einem für 1999 erwarteten Minus von 3,8 Milliarden Mark. Höhere Schadenszahlen sorgten in diesem Jahr zudem für einen Mehraufwand von rund 800 Millionen Mark, sagte Gas. Im Vorjahr habe der durchschnittliche Aufwand pro Schaden 6465 Mark betragen (plus 0,6 Prozent).

Die Versicherer können durch Beitragsanpassungen höhere Schadenaufwendungen an die Kunden weitergeben. Die übliche Beitragserhöhung wird ab Oktober verkündet und ist ab nächstem Jahr wirksam. Ab einer bestimmten Höhe berechtigt eine Erhöhung auch zur Kündigung.

Kündigung und Umstieg bleibt attraktiv

Ohnehin sind fast alle Autopolicen jährlich kündbar - die Kündigung muß dann bis 30. September bei der Versicherung eingegangen sein. Ein Umstieg zu einem günstigeren Versicherer dürfte für die meisten auch nach der allgemeinen Beitragsanhebung lohnend sein, denn das Preisgefälle unter den verschiedenen Anbietern dürfte sich kaum verändern.

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