Samsung Als Autoproduzent in den Graben gefahren

Erst vor einem Jahr startete der führende südkoreanische Industrie-Konzern mit der Autoproduktion. Jetzt bedroht die überschuldete Autosparte den ganzen Konzern.

Seoul - Samsung will für die überschuldete Autosparte Samsung Motors beim Gericht Gläubigerschutz beantragen. Das gab am Mittwoch der Vizepräsident von Samsung Motors, Lee Dae Won, in Seoul bekannt.

Der Konzernchef Lee Kun Hee werde mit Verkauf eigener Aktien im Wert von 4,6 Milliarden Mark nur rund die Hälfte der Schulden der Autosparte tilgen können. Übernahmegespräche mit Südkoreas zweitgrößtem Autohersteller Daewoo Motor waren zuvor wegen der Schuldenbelastung ins Stocken geraten.

"Daewoo kann immer noch Samsung übernehmen", sagte ein Sprecher von Samsung in Seoul. Die Übernahme durch Daewoo oder eines anderen Interessenten hänge allerdings von der Entscheidung des Gerichts und der Gläubigerbanken ab, sobald der Antrag auf Gläubigerschutz akzeptiert werde.

Die beiden Konzerne hatten sich Ende 1998 auf den Austausch von Unternehmensbereichen verständigt. Ursprünglich sollte Samsung im Tausch gegen Samsung Motors die Gesellschaft Daewoo Electronics erhalten.

Samsung hatte erst Anfang 1998 mit der Autoproduktion begonnen und war wegen des Einbruches auf dem Binnenmarkt gleich in Schwierigkeiten geraten.

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