Aareal Risikovorsorge verhagelt die Bilanz

Die Immobilienbank hat im vergangenen Jahr wegen einer mehr als verdoppelten Risikovorsorge für faule Kredite ihr ursprüngliches Gewinnziel deutlich verfehlt. Bankchef Glauner erwartet für das laufende Jahr aber wieder bessere Geschäfte.

Frankfurt am Main - Die Risikovorsorge sei - nach einer völlig überraschenden Aufstockung um 100 Millionen Euro vor gut sechs Wochen - 2003 insgesamt auf 248 Millionen Euro von 109 Millionen im Jahr zuvor gestiegen, teilte die Aareal Bank  am Donnerstag mit. Dadurch habe das Unternehmen lediglich einen Konzerngewinn von 38 (Vorjahr: 87) Millionen Euro erzielt. Den Anlegern hatte Bankchef Karl-Heinz Glauner 90 Millionen Euro Gewinn versprochen.

In einem leicht steigenden MDax  fiel die Aareal-Aktie am Donnerstag um mehr als zwei Prozent auf 26,30 Euro. Glauner hatte Mitte Februar angedeutet, dass die Risikovorsorge vermutlich bei rund 220 Millionen Euro liegen werde. Damals hatte der Bankchef auch eingeräumt, dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Aareal-Bücher prüfe, einen Zusammenhang zur Erhöhung der Vorsorge aber bestritten.

Mit der Aufstockung der Risikovorsorge will die Aareal Bank im erwarteten Konsolidierungsprozess eine aktive Rolle spielen, hieß es vielmehr. Details wurden jedoch nicht genannt. In diesem Jahr plant Glauner mit einem Überschuss von knapp 100 Millionen Euro. Damit will er seinem Ziel einen großen Schritt näher kommen, nachhaltig eine zweistellige Eigenkapitalrendite zu erreichen. Diese lag 2003 bei lediglich 3,9 Prozent und 2002 bei 8,9 Prozent.

Operative Verbesserungen

Operativ lief das Geschäft der Aareal Bank im vergangenen Jahr indes besser. Der wichtige Zinsüberschuss stieg um rund ein Drittel auf 441 Millionen Euro, der Provisionsüberschuss legte um zwei Prozent auf 197 Millionen Euro zu.

Optimistisch für die Zukunft äußerte sich die Bank vor allem, weil das margenträchtigere internationale Geschäft im vergangenen Jahr gestärkt werden konnte. So entfielen von den gesamten Neuzusagen in Höhe von 6,3 Milliarden Euro knapp 5,2 Milliarden auf ausländisches Geschäft. Zudem weitete die Bank ihre Verbriefungsaktivitäten aus. Etwa ein Drittel aller Immobilienfinanzierungen seien Ende 2003 verbrieft gewesen.