ZEW-Prognose Das Bild trübt sich ein

Die Terroranschläge treffen Europas Konjunktur in einer labilen Phase. Die Konjunkturerwartungen sind nach der Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung im März gesunken - zum dritten Mal in Folge.

Mannheim - Der von den ZEW-Forschern ermittelte Index sank von 69,9 Punkten im Februar auf 57,6 Punkte im März. Offenbar zweifele der Finanzmarkt an der Dynamik der Konjunkturerholung, teilte das ZEW am Dienstag mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Rückgang auf 67 Punkte gerechnet.

Für die Stimmungseintrübung sei offenbar die zögerliche Erholung des US-Arbeitsmarktes verantwortlich. Gerate die US-Konjunktur ins Stottern, könnte dies die Erholung in Deutschland abwürgen, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Die Bombenanschläge von Madrid hatten nach seinen Worten hingegen kaum Auswirkungen auf den Index, wie eine getrennte Auswertung der nach den Anschlägen eingegangenen Antworten ergeben habe.

Erwartungen sinken deutlich

Die aktuelle Konjunkturlage in Deutschland wird nach ZEW-Angaben von 74 Prozent der Befragten als schlecht bewertet gegenüber 72,2 Prozent bei der Februarumfrage. Auch die Beurteilung der Wirtschaftsaussichten für die Eurozone habe sich verschlechtert. So sei der Erwartungsindikator für die Währungsunion um über elf Punkte auf 64,3 Punkte gefallen.

Die aktuelle Lage in der Währungsunion werde von 54 Prozent der Befragten als schlecht bezeichnet. Dies ist eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vormonat, als noch 56,2 Prozent der Finanzmarktexperten dieser Ansicht waren.

An der ZEW-Umfrage beteiligten sich den Angaben zufolge im März 313 Analysten und institutionelle Anleger. Der Indikator gibt die Differenz der positiven und negativen Einschätzungen für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung wieder.

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