Mobilcom Ertragswende geschafft

Nach dem UMTS-Abenteuer hat das Mobilfunkunternehmen Mobilcom in 2003 wieder Gewinne geschrieben. Unsätze und Kundenzahl gingen allerdings deutlich zurück. Gleichwohl legt die Aktie am Vormittag kräftig zu.

Hamburg - Mobilcom  hat im ersten Jahr nach Beendigung seines verlustreichen UMTS-Abenteuers die Ertragswende geschafft. Bei rückläufigem Umsatz habe Mobilcom 2003 einen um Einflüsse aus dem UMTS-Geschäft bereinigten Betriebsgewinn von 103 Millionen Euro erzielt, teilte der zweitgrößte deutsche Mobilfunkdienstleister am Montag mit. Im Vorjahr hatte das Unternehmen auf vergleichbarer Basis noch einen Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 146 Millionen ausgewiesen.

Der Umsatz ging nach dem Konzernumbau um rund zehn Prozent auf 1,837 Milliarden Euro zurück. Die Zahl der Mobilfunkkunden habe sich auf 4,2 Millionen reduziert von knapp fünf Millionen zu Beginn des vergangenen Jahres, gab Mobilcom bekannt. Die im TecDax  gelistete Aktie der Mobilcom  gewann am Vormittag mehr als vier Prozent auf 19,85 Euro.

Der Überschuss belaufe sich nach vorläufigen Zahlen auf 160,4 Millionen Euro, teilte Mobilcom weiter mit. Im Jahr 2002 war das Unternehmen durch sein UMTS-Engagement an den Rand der Pleite geraten und hatte einen Rekordverlust von 3,44 Milliarden Euro geschrieben.

Im laufenden Geschäftsjahr 2004 will die Firma bei wieder steigenden Kundenzahlen den Betriebsgewinn deutlich steigern. Noch vor etwas mehr als einem Jahr hatte Mobilcom wegen milliardenschwerer UMTS-Lasten vor der Insolvenz gestanden. Das Büdelsdorfer Unternehmen war mit Hilfe der Schuldenübernahme in Milliardenhöhe durch seinen Großaktionär France Telecom der Pleite entgangen.

Noch kein Ausblick auf das laufende Jahr

In der überraschend veröffentlichten Pflichtmitteilung machte das Unternehmen zu Wochenbeginn noch keine Angaben zur Geschäftsentwicklung im Schlussquartal des vergangenen Jahres und gab auch keinen einen Ausblick auf das laufende Jahr. Ein Unternehmenssprecher sagte, dies solle auf der Bilanzpressekonferenz unmittelbar vor der Computermesse Cebit am 16. März geschehen.

Der Sprecher bestätigte einen Medienbericht, wonach Mobilcom derzeit über liquide Mittel von 250 Millionen Euro verfügt, die nur zu einem kleinen Teil für das organische Wachstum benötigt würden. Nicht kommentieren wollte er einen Bericht der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt", wonach der Versuch von Mobilcom, seinen Elmshorner Konkurrenten Talkline zu übernehmen, an den Preisvorstellungen von dessen dänischer Konzernmutter gescheitert sei. Dies hatte die Zeitung unter Berufung auf Informationen aus Finanzkreisen am Montag berichtet.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.