Telekom Spekulation vermiest Börsengang

In letzter Minute verdarben Großaktionäre den Bonnern das Geschäft mit den neuen Aktien - und machten den Zeichnern der neuen Papiere ein Geschenk.

Frankfurt - Kurz vor Abschluß des zweiten Börsenganges der Deutschen Telekom ist die T-Aktie am Freitag abend abgestürzt. Der für die Preisfestlegung der jungen T-Aktien maßgebliche Kurs des elektronischen Handelssystems Xetra stand bei Börsenschluß zunächst auf 41,68 Euro, fiel dann in buchstäblich letzter Minute aber drastisch auf 39,50 Euro.

Grund für den Kurssturz waren Verkaufsorders über 13 Millionen T-Aktien. Ein Börsensprecher sagte, der Handel sei wegen des Kursverlustes von mehr als fünf Prozent gegen 17.00 Uhr kurzfristig unterbrochen worden. Nach rund 20minütiger Unterbrechung habe sich der Kurs dann in der Schlußauktion bei 39,50 Euro und damit 6,8 Prozent unter dem Schlußkurs von Donnerstag stabilisiert.

Mit dem überraschenden Kursmanöver wird die die Deutsche Telekom bei ihrem zweiten Börsengang deutlich weniger Kasse machen als im Vorfeld erwartet: Die jungen T-Aktien werden ab Montag in Anlehnung an den Schlusskurs höchstens 39,50 Euro kosten und damit weit unter dem genannten Höchstwert von 45 Euro liegen.

Dem Branchenriesen entgeht damit rein rechnerisch mehr als eine Milliarde Mark: So groß ist die Differenz beim höchstens erzielbaren Preis für die ab Montag handelbaren jungen T-Aktien. Die Telekom war zu keiner Stellungnahme bereit. Für Frühzeichner sowie T-Altaktionäre gilt ein Rabatt von zwei Euro und somit ein Preis von höchstens 37,50 Euro.

Für die Altaktionäre ist der Kursrutsch ärgerlich. Die Zeichner der neuen T-Aktien dürfen sich dagegen freuen: Sie erhalten die Papiere nun billiger.

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