Sanofi-Offerte "Aventis braucht uns"

Sanofi-Vorstand Hanspeter Spek ist zuversichtlich, dass die Übernahme des Pharmakonzerns Aventis gelingt. Trotz der juristischen Gegenwehr von Aventis würde das Projekt "bis Juni realisiert". "Wir brauchen Aventis und Aventis braucht uns", so der Manager.

München - "Die Aventis-Aktionäre haben das Konzept verstanden und wollen den Deal", sagte Hanspeter Spek, Vertriebs- und Marketingvorstand des Pharmakonzerns Sanofi Synthelabo , der "Süddeutschen Zeitung". Neue juristische Einsprüche von Aventis brächten den Zeitplan nicht durcheinander.

Er habe keinen Aktionär getroffen, der die Übernahme der deutsch-französischen Aventis  durch Sanofi-Synthelabo nicht für gut befinde, sagte Spek. "Einige wollen aber etwas mehr", räumte er aber im Gespräch mit der "SZ" ein. Doch der Deutsche im Sanofi-Vorstand finde, dass dafür die Zeit nicht reif ist.

Nur wenn ein "weißer Ritter" mit einem Gegenangebot käme oder Aventis "morgen ein Produkt mit einem zuverlässigen Milliarden-Potenzial bekommt, das wir bisher übersehen haben", würde Sanofi diese Haltung überdenken.

"Treffen mit KPC wird kommen"

Ein Treffen mit dem Aventis-Großaktionär KPC habe es bisher nicht gegeben, es sei derzeit auch nicht geplant. "Es wird aber kommen, wenn KPC mit uns Kontakt aufnimmt", sagte Spek. Die juristischen Einsprüche von Aventis irritieren ihn nicht. "Die Erfolgschancen sind statistisch gesehen minimal und die Aktionen haben nicht einmal aufschiebenden Charakter. Wir werden das Projekt, wie geplant, bis Juni realisiert haben."

Dass ein so genannter weißer Ritter Aventis zu Hilfe kommt, hält Spek zwar für möglich, aber für unwahrscheinlich. Beschäftigungspolitisch wäre dies nach seiner Überzeugung negativ: "Wenn ein größeres Unternehmen wie Novartis Aventis übernähme, dann müsste das Projekt viel stärker auf Synergien aufgebaut sein." Es gäbe mehr Überschneidungen als mit Sanofi.

"Aventis muss sich darauf einstellen, dass Führungsebenen abgebaut werden. Wenn etwa eine Tochtergesellschaft zu viele Ebenen hat, machen wir zur Auflage, dass sie abgebaut werden, weil wir das Unternehmen vom Markt führen. Davon gehen wir nicht ab", sagte Spek.