DaimlerChrysler Dasa-Casa soll schnell an die Börse

Wenn die Fusion der Luft- und Raumfahrttochter Dasa mit der spanischen Casa steht, soll das gemeinschaftliche Unternehmen an die Börse - als Keimzelle einer europäischen oder weltweiten Aerospace-Allianz.

München - "Wir denken massiv über den Börsengang nach", sagte Manfred Bischoff, Vorstandsvorsitzender der DaimlerChrysler Aerospace AG (Dasa). Jedoch sei noch nichts definiert, noch seien keine Entscheidungen gefallen.

Da der Casa-Teil ohnehin privatisiert werden muß, könnte dieser Teil an den Markt gegeben werden. Über weitere Teile seien noch keine Entscheidungen getroffen. "Wir sind völlig flexibel", so Bischoff in einem Gespräch mit der Club Wirtschaftspresse München.

Risiken, daß der vereinbarte Merger mit der spanischen Casa nicht zustandekommen könnte, sieht der Dasa-Vorstandsvorsitzende nicht. "Wir sind wild entschlossen", die Vertragsverhandlungen "so rasch wie möglich" zu beenden, wobei der Wille, entstehende Probleme vernünftig zu lösen, "extrem hoch" sei.

Es bestehe das Ziel, noch vor den Ferien im August "so viel wie möglich" zu erreichen, wobei es "ein Traum" wäre, bis zum 31. Juli die Verhandlungen erfolgreich abzuschließen. Die Dasa habe ihren "Größenvorteil ausspielen" können, so daß München der Firmensitz der Aktiengesellschaft nach deutschem Recht werde. Noch nicht festgelegt sei der künftige Firmenname.

British Aerospace und Matra sind mögliche Partner

Als oberste strategische Zielsetzung definierte Bischoff die Steigerung des Unternehmenswertes der Dasa als Luft- und Raumfahrtaktivität der DaimlerChrysler AG über ein profitables Wachstum. Da die Hälfte des Geschäfts in europäische Programme eingebunden ist und die Dasa hier stets auf Partner angewiesen ist, könne Wachstum von 20 oder 30 Prozent nur von außen kommen und zwar aus Europa.

Dies sei mit British Aerospace versucht worden, aber der Partner habe sich anders entschieden. Gleichwohl sieht Bischoff mit BAe "noch nicht aller Tage Abend", nur müsse sich der britische Partner definieren. Als "natürlichen Partner" bezeichnete Bischoff Aerospatiale Matra, wobei hier der signifikante Staatsanteil das Hindernis darstelle.

Casa entspreche den Wachstumszielen der Dasa und passe "hervorragend". Dabei sei kein banaler Erwerb vorgeschlagen worden, sondern die Formierung einer neuen Gesellschaft. Abgesichert wurde das Zurückziehen des Staates, betonte der Dasa-Vorstandsvorsitzende. Da es keinen Preis gebe, könne dieser auch nicht zu hoch oder zu niedrig sein.

Der Anteil der anderen Seite von 11,5 bis 13,5 Prozent sei eine politische Zahl, eventuell müsse nachgezahlt werden. Es handele sich um kein Rationalisierungsmerger, sondern um einen Wachstumsmerger. Der in der zunächst geplanten European Aerospace and Defence Company horizontale Zusammenschluß in Europa gehe nun nicht mehr, aber deshalb sei die Restrukturierung nicht tot. Es werde andere Möglichkeiten geben.

Das Zusammengehen mit Casa sei "ein erster Schritt" zu einer europäischen Luft- und Raumfahrtallianz, weitere folgen, zeigte sich Bischoff überzeugt. Wenn der Schwerpunkt auch auf Europa liege, so sei es doch interessant, "ein Bein" in den USA zu haben. So würde Bischoff einen transatlantischen Partner bei Airbus begrüßen und wäre gern in den USA "vertreten".

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