Audi Luxusmarken kosten

Mit dem TT und dem A3 haben die Ingolstädter zwei Renner im Programm. Die anderen Modelle laufen weniger gut, die ausländischen Töchter Cosworth und Lamborghini sogar ausgesprochen schlecht.

Ingolstadt - Sowohl der Motoren-Hersteller Cosworth als auch die Luxuswagen-Schmiede Lamborghini schreiben Verluste, räumte Paefgen heute bei der Audi-Hauptversammlung in Ingolstadt ein. Cosworth rutsche im Geschäftsjahr 1998 bei einem Umsatz von 38 Millionen Mark mit 12 Millionen in die roten Zahlen gemacht. Bei Lamborghini war das Verhältnis noch fataler: Mit 74 Millionen Mark Umsatz erwirtschafteten die Italiener 33 Millionen Mark Verlust.

Im vergangenen Jahr hatte Audi noch schwarze Zahlen für Lamborghini angekündigt. Immerhin verkaufte der Sportwagenhersteller im ersten Halbjahr 1999 nach Unternehmensangaben 140 Fahrzeuge mehr als im Vergleichszeitraum 1998 - ein Plus von 30 Prozent.

Verkaufsschlager TT, Ladenhüter Cabrio

Viel besser sieht es bei der Marke Audi selbst aus, auch wenn 1999 tendenziell schwieriger werde als das Vorjahr, warnt Paefgen. Seit Januar lieferten die Ingolstädter weltweit rund 319.000 Wagen aus - 5,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Erstmals wolle die VW-Tochter mehr als 600.000 Autos der Marke Audi ausliefern.

Unter den Modellreihen der Audi AG, Ingolstadt, haben im ersten Halbjahr 1999 nur der kleine A3 und der Sportwagen Audi TT in der Produktion zugelegt. Vom Audi A3 wurden nach ersten Schätzungen mit 71.200 (70.515) Einheiten ein Prozent mehr Fahrzeuge produziert. Von dem im Sommer 1998 eingeführten TT wurden im ungarischen Györ 23.700 (211) Stück hergestellt.

Dagegen schrumpfte die Produktion des A4 um 7,4 Prozent auf rund 129.900 (140.341), die des A6/100 um 3,1 Prozent auf etwa 81.000 (83.590). Vom A8 wurden 7.700 (8.777) Stück produziert, 3,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Cabrio-Produktion reduzierte sich um fast ein Drittel auf 2.700 (3.893) Einheiten.

Aktionärsvertreter wollen zu VW

Von einer Eingliederung Audis in den VW-Konzern würden sowohl die Wolfsburger Muttergesellschaft als auch die Audi-Anteilseigner über einen höheren Kurs und eine attraktive Abfindung profitieren, hatte ein Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) argumentiert.

Alternativ forderte er eine höhere Ausgleichszahlung, die sich stärker am Ergebnis von Audi und nicht an der VW-Dividende orientiere.

"Eine Eingliederung in die Volkswagen AG ist nicht geplant", hielt jedoch der Aufsichtsrat von Audi dagegen. Der Druck der Kleinaktionäre ist auch nicht besonders groß. Nur 1,1 Prozent oder 95.000 der Audi-Aktien sind in Streubesitz. Auch eine Kündigung des Beherrschungsvertrages sei kein Thema, sagte der Audi-Chef Paefgen.

1998 hatte Audi einen in der Firmengeschichte einmaligen Gewinn vor Steuern von 1,7 Milliarden Mark erzielt. Der Umsatz kletterte im ersten Halbjahr 1999 um 6,8 Prozent auf rund 14,3 Milliarden Mark.

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