Sanofi-Offerte Aventis setzt auf Zeitgewinn

Im Übernahmekampf um Aventis hat der Angreifer Sanofi sehr gute Geschäftszahlen vorgelegt. Der Streit beschäftigt indes jetzt auch die US-Kartellbehörde sowie ein Pariser Gericht.

Paris - Der Übernahmekampf um den deutsch-französischen Pharmakonzern Aventis spitzt sich zu. Nachdem Aventis noch am Freitag erklärt hatte, gegen die feindliche Offerte des Konkurrenten Sanofi Synthelabo  zu klagen, haben sich nach Informationen der "Welt" in den Streit nun auch die US-Kartelbehörden eingeschaltet. Zugleich legte Sanofi am Montagmorgen sehr gute Geschäftszahlen vor. Das offizielle Übernahmeangebot von Sanofi wird noch im Laufe des Tages erwartet. Wie aus Kreisen verlautet, will der französische Pharmakonzern sein Angebot weiterhin nicht aufstocken.

Demnach hat Sanofi Synthelabo  seinen Gewinn vor Sonderabschreibungen und Goodwill im abgelaufenen Jahr deutlich gesteigert. Der Gewinn sei um 17,7 Prozent auf 2,069 Milliarden Euro gewachsen, teilte das Unternehmen, das sich derzeit um eine Übernahme des Konkurrenten Aventis  bemüht, am Montag mit.

Damit übertraf Sanofi die Erwartungen der von Reuters befragten Analysten, die mit einem Gewinn von 2,012 Milliarden Euro gerechnet hatten. Sanofi teilte ferner mit, der Gewinn je Aktie sei um 21,5 Prozent auf 2,94 Euro gestiegn. Für 2004 rechnet Sanofi bei gleichbleibenden Umsätzen mit weiterem Wachstum und eine Steigerung des Gewinn pro Aktie um etwa 15 Prozent.

Zustimmung der US-Kartellbehörde steht aus

In dem feindlichen Übernahmekampf um Aventis durch Sanofi haben indes nun auch die US-Kartellbehörden eingeschaltet. Nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" (Montagsausgabe) hat die Federal Trade Commission (FTC) den Pariser Konzern aufgefordert, Unterlagen über sein Übernahmeangebot einzureichen. Erst danach wollen die US-Behörden über eine vorläufige Genehmigung der Offerte entscheiden.

Sanofi will bereits in den kommenden Tagen reagieren. Die FTC hat dann 30 Tage Zeit, um ihre Entscheidung zu fällen. Sollte sich die Behörde jedoch für eine eingehendere Untersuchung entscheiden, könnte dies den Übernahmeversuch um Monate verzögern. Die französische Börsenaufsicht AMF hat vor diesem Risiko bereits in ihrer Genehmigung (04-090), die der Zeitung vorliegt, gewarnt. Ein Zusammengehen von Aventis und Sanofi würde den drittgrößten Pharma-Hersteller der Welt entstehen lassen.

Die Zustimmung der US-Wettbewerbsbehörde FTC und der Börsenaufsicht SEC sind wichtige Voraussetzung für Sanofi, um auch in den USA Aventis-Aktionäre von den Vorteilen der feindlichen Übernahme zu überzeugen. "Wir werden alles genau verfolgen und notfalls auch gerichtlich überprüfen lassen", heißt es aus den Beraterkreisen von Aventis.

Aventis zieht vor Gericht in Paris

Aventis hatte noch Ende vergangener Woche angekündigt, die Genehmigung der französischen Börsenaufsicht AMF für die feindliche Übernahmeofferte von einem Pariser Berufungsgericht prüfen zu lassen. Ziel der Klage ist es, die Offerte für ungültig erklären zu lassen oder aber zumindestes deutlich zu verzögern. Aventis begründete die Klage indes mit seiner "großen Entschlossenheit, die Interessen des Unternehmens und seiner Aktionäre und Mitarbeiter zu schützen". Man habe gute Gründe für die Klage, betonte der Konzern. Einzelheiten würden dem Berufungsgericht in den nächsten zwei Wochen zugestellt.

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