Wochenausblick Geld wartet auf gute Nachrichten

Quartalsberichte von drei Dax-Unternehmen sowie zahlreiche Konjunkturdaten versprechen eine spannende Woche. Doch Commerzbank, Volkswagen und Deutsche Börse müssten schon stark positiv überraschen, um dem Dax nach dem jüngsten Schwächeanfall wieder auf die Beine zu helfen.

Der Deutsche Aktienindex Dax  hatte angesichts schwacher US-Konjunkturdaten am Freitag einen Schwächeanfall erlitten. Ein gestiegenes US-Handelsbilanzdefizit sowie ein gesunkenes Verbrauchervertrauen sorgten dafür, dass der Index sich zum Wochenschluss wieder der Marke von 4000 Zählern näherte.

Erwartet werden unter anderem Geschäftszahlen von Volkswagen , der Deutschen Börse  und der Commerzbank. Hinweise über die weitere Entwicklung der Wirtschaft werden unter anderem vom ZEW-Index erwartet. Im Blickpunkt bleiben Fusions- und Übernahmespekulationen vor allem im Bankenbereich.

"Geld ist da"

"Geld, das angelegt werden kann, ist da. Aber im Moment fehlen den Anlegern die Argumente, weitere Aktienkäufe zu tätigten", sagte Giuseppe Amato, Marktanalyst bei Lang & Schwarz in Düsseldorf. Ohne Impulse von den Unternehmens- und Konjunkturdaten könne der Dax  aus dem Bereich zwischen 3980 und 4175 Punkten, in dem er seit Anfang Januar gefangen ist, nicht ausbrechen.

ZEW dürfte leicht bremsen

Beim für Dienstag erwarteten Konjunkturindex des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) rechnen einige Analysten erneut mit einem leichten Rückgang. "Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Zukunftserwartung etwas eingetrübt ist", sagte Carsten Klude, Aktienstratege bei MM Warburg. Schließlich sei die Erwartungskomponente des Indexes schon stark gestiegen. Im Januar war der ZEW-Index, für den Analysten und institutionelle Anleger zu ihrer Einschätzung befragt werden, leicht auf 72,9 Punkte gefallen.

In den USA stehen vor allem am Donnerstag wichtige Konjunkturdaten, so der Konjunkturindex der Federal Reserve Bank von Philadelphia sowie die Frühindikatoren auf der Agenda. "Die Anleger sind bereit, einzusteigen, wenn es hierbei deutliche positive Überraschungen gibt. Das Geld ist da", sagte ein Börsianer.

Commerzbank mit Verlust im Gesamtjahr

Der offenbar schwache Absatz der erst im Herbst auf den Markt gebrachten fünften Generation des wichtigsten VW-Modells Golf dürfte sich nach Einschätzung von Börsianern negativ auf das Quartalsergebnis bei Volkswagen  niederschlagen. "Die Frage ist aber, ob dies den Kurs überhaupt noch richtig belasten kann", sagte Klude. Die VW-Aktie hat seit Jahresbeginn fast zehn Prozent an Wert verloren.

Die Commerzbank  hat nach Einschätzung von Analysten im abgelaufenen Quartal operativ mehr verdient als im Vorquartal, wird aber für das Gesamtjahr immer noch einen Milliardenverlust ausweisen. "Die Fusionsfantasie bleibt aber hier ohnehin das Entscheidende, die Zahlen sind da fast nur Beiwerk", sagte ein Händler.

Bei der Deutschen Börse  erwarten Analysten eine deutliche Gewinnsteigerung im Rahmen der Zielvorgaben des Unternehmens. Das Augenmerk wird bei dem Quartalsbericht vor allem auf den weiteren Expansionsplänen des Frankfurter Marktbetreibers liegen.

Index-Neuordnung: Hypo Real Estate vor Einstieg in den MDax

Am Dienstagabend trifft sich der Arbeitskreis Aktienindex der Deutschen Börse, um die Zusammensetzung des MDax, des SDax  und des TecDax  zu überprüfen. Der erst seit Oktober an der Börse notierte Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) wird nach Einschätzung von Experten Ende März in den Mittelwerteindex MDax  aufrücken. Nach den Berechnungen von Index-Experte Georg Elsässer von HSBC Trinkaus & Burkhardt wird voraussichtlich der Zementhersteller Dyckerhoff  für HRE aus dem MDax weichen müssen.

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