Vodafone Einstieg bei Wireless?

Der weltgrößte Mobilfunkanbieter Vodafone erwägt den Einstieg bei der amerikanischen AT&T Wireless. Das Gemeinschaftsunternehmen mit Verizon würde damit hinfällig.

London - Die britische Vodafone  erwägt eine Übernahme von AT&T Wireless . In einer Stellungnahme des Der weltgrößte Mobilfunkkonzern vom Montag heißt es, die Entwicklungen auf dem US-Markt würden weiter verfolgt. Auch werde untersucht, ob eine Transaktion mit der zum Verkauf stehenden AT&T Wireless im Interesse der eigenen Aktionäre sei.

Kreise: Vodafone wird Cingular überbieten

Die britische Zeitung "Sunday Telegraph" hatte am Vortag einen Vodafone-Director mit der Aussage zitiert, die Chancen für ein Übernahmeangebot an die zum Verkauf stehende US-Mobilfunkgesellschaft AT&T Wireless liege bei 55 Prozent. Dabei dürften 20 Milliarden britische Pfund (GBP) geboten werden. Vodafone werde im Falle einer erfolgreichen Übernahme wahrscheinlich mit Sonderaufwendungen von vier Milliarden GBP konfrontiert sein, unter anderem aus steuerlichen Gründen, berichtete ferner "The Sunday Times".

Vom "Wall Street Journal" befragte Kreise erwarten ein Gebot von Vodafone für AT&T Wireless, das in der Größenordnung von 35 Milliarden GBP liegen wird und damit das informelle Gebot des US-Mobilfunkanbieters Cingular Wireless LLC von 30 Milliarden Dollar überträfe.

Verhandlungen über den Ausstieg bei Verizon

Größtes Problem für Vodafone ist laut dem Bericht der im Falle einer Übernahme wettbewerbsrechtlich erforderliche Ausstieg aus dem Joint Venture Verizon Wireless. Mit dem Partner Verizon Communications  verhandele Vodafone gegenwärtig über die Ausstiegsmodalitäten, schreibt die Zeitung.

Es sei zu erwarten, dass Verizon etwa 20 Milliarden Dollar für die 45-prozentige Beteiligung von Vodafone an Verizon Wireless zahle, verlautete aus den Kreisen. Allerdings sei dieser Preis noch nicht festgelegt. Außerdem verhandelten beide Seiten über das weitere Vorgehen für den Fall, dass Vodafone bei der Auktion von AT&T Wireless unterliegt.

Als möglicher dritter Interessent für AT&T Wireless gilt auch noch die NTT DoCoMo Inc, Tokio. Bis diesen Freitag können formale Gebote für AT&T Wireless eingereicht werden. Anschließend will der Mobilfunkanbieter die Offerten zwei Wochen prüfen.

US-Belegschaft wäre ein ausländischer Käufer lieber

Im Management und in der Belegschaft von AT&T Wireless würde ein ausländischer Käufer laut "Wall Street Journal" lieber gesehen als der US-Wettbewerber Cingular. Denn die gemeinsame Mobilfunktochter von SBC Communications (San Antonio) und BellSouth (Atlanta) hat bereits durchblicken lassen, dass sie im Fall der Übernahme bei AT&T Wireless Veränderungen in Schlüsselpositionen vornehmen würde. Einfache Angestellte fürchten dagegen weitreichende Entlassungen nach einer Cingular-Fusion.

Bereits vor einer Woche hatte die britische Zeitung "The Observer" ohne Angaben von Quellen berichtet, der weltgrößte Mobilfunkkonzern habe Finanzberater damit beauftragt, ein Schriftstück aufzusetzen, um Investoren von einer Offerte für AT&T Wireless zu überzeugen. Vodafone hatte den Bericht jedoch noch am selben Tag als "Spekulation" zurückgewiesen.

Ein Kauf des US-Unternehmens wäre für Vodafone der größte Deal seit der Übernahme von Mannesmann vor vier Jahren. Nach einem überraschenden Verlust im vierten Quartal prüft die drittgrößte US-Mobilfunkgesellschaft derzeit Kaufangebote für den Konzern. Mitte Februar läuft die Frist für endgültige Kaufgebote für AT&T Wireless ab.