EDS Navy-Auftrag vermiest die Bilanz

Der amerikanische IT-Dienstleister ist im Schlussquartal 2003 wegen Abschreibungen tief in die Verlustzone gerutscht. Auch der Geschäftsausblick ist eher trüb.

Plano - Der Fehlbetrag belaufe sich auf 354 Millionen Dollar oder 0,74 Dollar je Aktie nach einem Gewinn von 360 Millionen Dollar im Vorjahr, teilte Electronic Data Systems (EDS) am Donnerstag in Plano (US-Bundesstaat Texas) mit. Verantwortlich für die roten Zahlen sind Verzögerungen bei einem Auftrag der US-Marine.

Für das laufende Quartal schloss der Konzern einen erneuten Verlust nicht aus. Das Ergebnis je Aktie werde zwischen minus 0,04 Dollar und plus 0,01 Dollar liegen. Den Umsatz sieht EDS zwischen fünf und 5,2 Milliarden Dollar. Für das gesamte Jahr 2004 rechnet EDS mit einem Gewinn je Aktie (EPS) von 0,50 bis 0,60 Dollar. Der Umsatz werde zwischen 21 und 22 Milliarden Dollar gesehen.

Wegen der Probleme bei dem Programm "Navy Marine Corps Intranet (NMCI)" fielen im vierten Quartal Abschreibungen in Höhe von 559 Millionen Dollar an. Ohne diese belief sich der Gewinn auf 59 (Vorjahr: 194) Millionen Dollar oder 0,12 (0,40) Dollar. Damit übertraf EDS die Erwartungen der von First Call/Thomson Financial befragten Analysten um einen Cent. Der Umsatz erhöhte sich im abgelaufenen Quartal um acht Prozent auf 5,76 Milliarden Dollar.

Der Konzern hatte von der US-Marine einen Auftrag für die Integration von rund 1000 IT-Netzen in ein Netzwerk erhalten. Von der Neuordnung seien rund 300.000 Computer-Arbeitsplätze betroffen. Allerdings sei der Zeitplan durch Hindernisse verzögert worden, hieß es. EDS arbeite eng mit der US-Marine zusammen, um die Probleme bei NMCI zu lösen.

Im Gesamtjahr fuhr das Unternehmen einen Verlust von 1,70 Milliarden Dollar ein. Im Vorjahr verbuchte EDS noch einen Überschuss von 1,12 Milliarden Dollar. Der Umsatz erhöhte sich auf 21,48 (21,36) Milliarden Dollar.