Japan Die Geldsammler

Obwohl die Konjunktur immer noch schwächelt, schlummern in Nippons Tresoren die größten Währungsreserven der Welt. Die Rücklagen sind auf über 740 Milliarden Dollar gestiegen.

Tokio - Allein im Januar stiegen die offiziellen Währungsreserven um 10,05 Prozent oder 67,7 Milliarden Dollar auf einen Rekordstand von 741,2 Milliarden Dollar, teilte das japanische Finanzministerium am Freitag in Tokio mit. Das Wachstum hat sich damit seit Anfang des Jahres deutlich beschleunigt. Im Dezember waren die Fremdwährungsreserven um rund 4,5 Prozent gestiegen.

Japan hat damit zum 50. Mal in Folge weltweit die höchsten Währungsreserven.

In den vergangenen Monaten hatte die japanische Regierung erfolglos im großen Stil auf dem Devisenmarkt interveniert und die eigene Währung verkauft, um den Wert des Dollars gegenüber dem Yen zu stützen. Auf dem für dieses Wochenende geplanten Treffen der G-7-Staaten will der japanische Finanzminister sich für stabilere Wechselkurse und einem weiteren Dollar-Kursrutsch einsetzen.

Ein vergleichsweise schwacher Yen nützt den stark exportorientierten japanischen Firmen, weil er sie auf dem Weltmarkt konkurrenzfähiger macht. Für die kommende Woche richtet sich der Blick auf den US-Arbeitsmarktbericht für Januar, der noch am Freitag erwartet wurde. Der am breitesten gefasste MSCI-Index für Aktien der Region Asien/Pazifik mit Ausnahme Japans lag 0,8 Prozent im Plus.