Ericsson Die Schweden melden sich zurück

Die Geschäftszahlen des schwedischen Telekomausrüsters überraschen positiv. Auch der Ausblick gefällt. Europaweit ziehen am Freitagvormittag die Aktien von Handyherstellern und Telekomausrüstern an.

Stockholm/Frankfurt - Ericsson  hat dank eines starken vierten Quartals nach hohen Verlusten in den Vorjahren 2003 wieder Gewinne eingefahren, wird aber wie bereits 2002 auch für das vergangene Jahr keine Dividende zahlen.

Wie das Unternehmen am Freitag in Stockholm mitteilte, wurde im letzten Jahr nach Abzug von einmaligen Umstrukturierungskosten 2,8 Milliarden Kronen (310 Millionen Euro) Ertrag gegenüber 14 Milliarden Kronen Verlust 2002 erwirtschaftet. Der Umsatz sank wegen der Dollarschwäche um 19 Prozent auf 117,7 Milliarden Kronen.

Die Aktie legte in Stockholm in den ersten Handelsminuten um mehr als 15 Prozent auf 19,70 schwedische Kronen zu. Im Frankfurter Xetra-Handel verbesserte sich der Wert  zuletzt um rund elf Prozent auf 2,04 Euro.

Nokia, Siemens und Philips steigen deutlich

Die Aktien anderer Handyhersteller oder Telekomausrüster wie Nokia , Alcatel , Philips  oder Siemens  legten ebenfalls deutlich zu. Nokia-Titel führten den EuroStoxx50 mit einem Kursplus von 2,70 Prozent auf 16,73 Euro an.

Im vierten Quartal betrug der Gewinn 5,5 Milliarden Kronen nach einem Minus von 2,1 Milliarden Kronen im Vergleichsquartal 2002. Zugleich sei der Umsatz um ein Prozent von 36,7 Milliarden auf 36,2 Milliarden Kronen (rund 3,94 Milliarden Euro) gesunken. Für das laufende Quartal stellte Ericsson ein leichtes Umsatzwachstum im Jahresvergleich in Aussicht. Im Vergleich zu dem sehr guten vierten Quartal werde der Umsatz aber saisonbedingt um bis zu 30 Prozent niedriger ausfallen.

Der Markt für Mobilfunksysteme habe sich stabilisiert, teilte Ericsson weiter mit. Das Unternehmen hält für 2004 nun ein leichtes Wachstum möglich. Die bisherige Prognose lautete auf einen stagnierenden Markt. Ericsson hatte wie andere Wettbewerber - etwa die französische Alcatel  oder die kanadische Nortel Networks  - mit Kostensenkungen auf die Branchenflaute reagiert.

Die Bruttogewinnspanne bei Ericsson legte im vierten Quartal auf 41,6 Prozent zu von 35,9 Prozent im dritten Vierteljahr und lag damit deutlich über den Maximalerwartungen des Unternehmens von 36,5 Prozent. "Die Bruttogewinnspanne ist viel besser, als wir erwartet haben, das gilt auch für die Umsätze und den Cash-Flow", sagte Analyst Mikael Laseen von der Kaupthing Bank. "Aber die Aufträge liegen entschieden unter unseren Erwartungen."