Börsenspiel Die Taktik des Siegers

Der Sieger Börsenspiels steht fest: Mit einem Plus von rund 22 bis 27 Prozent schaffte ein Mitspieler gleich die drei ersten Ränge. Gewinnen kann er aber nur einmal. manager magazin gratuliert und bedankt sich bei allen Mitspielern - auch bei denen aus Jerusalem und Thailand.

Wieviel kann man in acht Wochen verdienen, wenn die Börse eher schwach läuft, die Anleger sich zurückhalten, die Umsätze so flau sind wie lange nicht und Zinsangst die Kurse drückt? Der Sieger des Börsenspiels hat es bewiesen: Zwischen 22 und 27 Prozent Gewinn waren möglich. Mit drei Spieldepots und Kontoständen zwischen 122.163 und 127.333 Euro belegte der Mitspieler gleich die drei ersten Plätze. Eine ansehnliche Leistung - manager magazin gratuliert.

Mehrfach-Depots waren bei diesem Börsenspiel zugelassen - das ist bei allen vergleichbaren Spielen üblich. Allerdings: Gewinnen kann jeder Mitspieler nur einmal mit seinem bestplazierten Depot, das sehen die Spielregeln so vor. Immerhin: Für den ersten Rang erhält dieser Spieler den Hauptpreis von 25.000 Mark, zur Verfügung gestellt von der Comdirect-Bank.

Freuen können sich auch die Mitspieler, die laut Rangliste derzeit auf den Plätzen vier und fünf liegen. Nach den Spielregeln rücken sie auf und erhalten nun die Preise für Platz zwei - 15.000 Mark in bar - sowie das Preisgeld für den dritten Rang - 10.000 Mark in bar. Glückwunsch von manager magazin!

Unter den Top50 der Börsenspieler greift die Ein-Depot-Regel noch mehrmals. Nach den Spielregeln rücken deshalb nicht nur die Plätze vier und fünf um zwei Ränge auf. Auch alle folgende Platzierungen verbessern sich. Damit dürfen sich zumindest fünf Mitspieler freuen, die nun unverhofft in den Genuß von je einem der vielen Sachpreise kommen. Sie werden - wie alle anderen Gewinner auch - in den nächsten Tagen per Email benachrichtigt.

Manager magazin gratuliert und bedankt sich bei allen Mitspielern, die dieses Börsenspiel zu einer spannenden Runde machten - obwohl an der Börse selbst in diesen acht Wochen vergleichsweise wenig Dramatik zu spüren war.

Knappe Abstände

Denkbar knapp fiel die Differenz zwischen vielen Depots aus. Während sich der Sieger mit rund 2800 Euro Vorsprung klar von den Verfolgern absetzen konnte, entschieden bei anderen Depots mitunter nur wenige Cent über die Rangfolge.

Unter den Top 100 finden sich nicht nur Einzel-Experten. Das Musterdepot mit der Kennung "111111", mit dem jeder Mitspieler vor der Anmeldung testweise Aktien handeln konnte, schaffte es dank der gemeinschaftlichen Anstrengungen der vielen Testspieler immerhin auf Rang 30.

Daß auch eine Zeitverschiebung um einige Stunden die Gewinnchancen nur unwesentlich beeinträchtigt, bewies ein Mitspieler aus Asien. Er orderte aus Phuket in Thailand und erwirtschaftete ein Plus von 6.278 Euro. Mit rund 10.000 Euro Gewinn konnte ein Konkurrent aus Jerusalem noch besser abschneiden.

Die Strategie des Gewinners

Im Siegerdepot findet sich keine einzige Aktie aus Deutschland oder Europa. Auch die jungen spekulativen Papiere vom Neuen Markt, sonst eine sichere Bank für Zocker, interessierte unter den Spielgewinnern kaum jemanden.

Der Gewinner hielt sich nur an die Werte, die sich im Verlauf des Börsenspiels als die schwankungsanfälligsten herausstellten: die Papiere der US-Internet- und Technologiebörse Nasdaq.

Auf den ersten Blick konnten Anleger mit diesen Aktien nichts verdienen. Die Nasdaq-Papiere Amazon, Etrade, Excite, Yahoo, Amgen und Infoseek stellen mit Verlusten zwischen rund 16 und 43 Prozent sogar die Mehrheit unter den zehn schwächsten Wertpapieren des Spielzeitraums.

Ständiges Handeln brachte das Sieger-Depot dennoch nach vorn. Gewinne sichern, hieß die Devise: Schon ein minimales Kursplus genügte, damit die Aktie oft schon nach einem Tag wieder verkauft wurde.

Trotz der realistisch verrechneten Transaktionskosten brachte diese Methode unterm Strich den höchsten Zugewinn.

Wer mit echtem Geld nachziehen will und nun in das Day-Trading einsteigt, sollte allerdings bedenken: In der Praxis dürfte diese Taktik mit der Zeit einen vergleichsweise hohen Zeitaufwand und reichlich Streß mit sich bringen. manager magazin-online wird jedoch helfen und die Berichterstattung über Internet-Papiere künftig verstärken.

Das 3-Tage-Depot

Anleger, die weder viel Zeit noch Nerven mitbringen, könnten sich dagegen an die Methode des 3-Tage-Depots halten. Denn mit einem Depot, das erst drei Tage vor Ende des Spiels eröffnet wurde, legte ein Mitspieler noch einen beachtenswerten Gewinn von 16 Prozent hin.

Auch er hielt sich in diesen drei Tagen im wesentlichen an die Papiere der Nasdaq (Etrade, Amazon, Yahoo, Infoseek), profitierte aber auch von einem kurzzeitigen Plus bei Allied Irish Banks, Nemetschek, RWE und Tarkett Sommer.

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