Aventis Procter & Gamble will kein "Weißer Ritter" sein

In der Übernahmeschlacht um Aventis tauchen täglich neue Namen auf, die den "Weißen Ritter" für den Pharmakonzern spielen könnten. Procter & Gamble Deutschland indes wies am Wochenende die Rolle des Retters weit von sich.

London/Paris - Die Spekulationen um mögliche Abwehrmaßnahmen des Pharmakonzerns Aventis gegen den Übernahmeangriff des französischen Konkurrenten Sanofi-Synthélabo reißen nicht ab. Einem Bericht der britischen Zeitung "Business" zufolge wollen die beiden Pharmakonzerne Pfizer  und Novartis  Gegenangebote für Aventis  vorlegen. Dabei würden sie als so genannte "Weiße Ritter" auftreten.

So werden Unternehmen genannt, die ein Angebot unterbreiten, um einen vom Übernahmekandidaten unerwünschten Bewerber auszustechen. Erwogen werde sogar ein Angebot für Sanofi , heißt es in dem Blatt.

Procter & Gamble will sich raushalten

Unterdessen wies der Deutschland-Chef von Procter & Gamble , Klaus Schumann, Spekulationen zurück, sein Unternehmen könnte für Aventis in die Rolle eines "Weißen Ritters" schlüpfen. "Ich habe keine Ahnung, woher diese Spekulationen kommen", sagte Schumann der Tageszeitung "Die Welt" (Montagausgabe). Mit Aventis bestehe lediglich eine Partnerschaft für Entwicklung und Vermarktung für ein Osteoporose-Medikament. "Das ist die einzige Verbindung zwischen beiden Unternehmen, die mir bekannt ist."

Sanofi hatte vor wenigen Tagen 48 Milliarden Euro für Aventis geboten. Aventis will sich gegen eine feindliche Übernahme wehren. Im Falle einer Fusion würde der drittgrößte Pharmakonzern der Welt entstehen.

Aventis-Chef Igor Landau will bisher keine Einzelheiten zu möglichen Abwehrstrategien nennen. Der Aufsichtsrat habe den Vorstand beauftragt, alle Szenarien zu prüfen, erklärte Landau der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Ein Gegenangebot hat derzeit nicht die höchste Priorität", wird Landau weiter zitiert.

Aventis-Chef: "Zu früh für Spekulationen"

Es gebe viele andere Alternativen, die sowohl strategisch, finanziell als auch sozial mehr Sinn machen könnten. Dazu zählt laut Landau auch die Möglichkeit, dass sich Aventis von "Weißen Ritter" übernehmen lässt, der mehr zahlen kann als Sanofi und andererseits mit dem Aventis-Management zu einer einvernehmlichen Lösung kommt. Doch sei es "viel zu früh, um darüber zu spekulieren".

Novartis wird bereits seit Tagen als möglicher "Weißer Ritter" gehandelt. Außer Novartis seien auch die Konzerne GlaxoSmithKline und Roche Holding als "Weiße Ritter" möglich, hatte am Freitag das "Wall Street Journal Europe" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet.

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