SAP R/3-Nachfolger kommt nicht in Gang

Das Softwarehaus hat Probleme mit der Entwicklung der neuen Programmlinie "New Dimensions", die Folgemärkte für den Produktklassiker "R/3" erschließen soll. Zumindest die Aktionäre wird das nicht freuen.

Walldorf - Von den vier Hauptprodukten der Software sei erst ein voll funktionstüchtiges auf dem Markt, schreibt das "Wall Street Journal Europe". Zwei weitere Programme würden zwar ebenfalls schon verkauft, hätten aber langjährige Kunden nicht zufriedenstellen können. Das Vierte liege sechs Monate hinter dem Zeitplan.

Die neue Software-Linie werde benötigt, um sinkende Umsätze des SAP-Hauptprodukts R/3 auszugleichen. Unter Berufung auf ehemalige SAP-Mitarbeiter schreibt "WSJE", daß das Unternehmen wegen des langjährigen großen Erfolgs von R/3 zu spät und nur halbherzig in die Entwicklung von Internet-Software für Unternehmenslogistik eingestiegen sei.

Große Konzerne wie Siemens oder Nike hätten deshalb schon Internet-Software von der Konkurrenz installiert. Das weit hinter dem Zeitplan liegende "New Dimensions"-Programm für die Kommunikation mit reisendem Vertriebspersonal leide noch hinsichtlich "Performance-Aspekten", zitiert die Zeitung den SAP-Mitgründer Hasso Plattner.

Viele führende SAP-Mitarbeiter hätten aus Frustration über die Situation das Unternehmen verlassen, schreibt die Zeitung. Für das gesamte Jahr erwarte SAP für "New Dimensions" einen Umsatzanteil von fünf Prozent, den Planungen zufolge soll innerhalb von drei Jahren ein Anteil von 30 Prozent erreicht werden.

An der Börse stieg SAP mit einem anfänglichen Minus von 2,77 Prozent zum Tagesverlierer auf.

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