Commerzbank Ergebnisziel verfehlt - keine Dividende

Die Commerzbank hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre eigenen Ergebnisziele nicht erreicht. Zudem wird die Bank keine Dividende zahlen. Vorstandschef Klaus-Peter Müller will das Institut in 2004 aber wieder zu einer "soliden Profitabilität" zurückführen.

Frankfurt/Main - Nach Informationen der Börsen-Zeitung (Sonnabend-Ausgabe) habe Vorstandschef Klaus-Peter Müller am Rande des Neujahrsempfanges der Bank erklärt, das Institut habe sich als operatives Ergebnis "einen deutlich dreistelligen Millionenbetrag gewünscht". Die Hochrechnungen auf Basis der Novemberzahlen hätten diese Hoffnungen aber nicht erfüllt. Die Äußerungen Müllers ließen nach Angaben der Zeitung darauf schließen, dass die Bank in 2003 ein operatives Ergebnis in niedriger dreistelliger Millonenhöhe erzielt hat.

2004: Risikovorsorge unter eine Milliarde geplant

Wie Müller während des Empfanges am Freitagabend weiter erklärte, will die Bank für das abgelaufene Jahr keine Dividende zahlen. Im Jahr 2002, als die Bank erstmals in ihrer Firmengeschichte rote Zahlen geschrieben hatte, betrug die Dividende zehn Cent je Aktie. Ein Jahr zuvor hatte die Commerzbank noch 40 Cent pro Anteil an ihre Aktionäre ausgeschüttet.

Im laufenden Jahr wolle Vorstandstandschef Müller die Bank zu einer "soliden Profitabilität" zurückführen. Die Risikovorsorge soll in 2004 "definitiv unter einer Milliarde Euro" liegen. Für 2003 erwarte Müller nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge eine Risikovorsorge von weniger als 1,1 Milliarden Euro.

Nach massiven Mitarbeiterprotesten gegen die Kündigung der Betriebsrente will der Commerzbank-Vorstand Ende kommender Woche Gespräche mit Arbeitnehmervertretern aufnehmen. "Die Gesprächsbereitschaft ist da", bestätigte Müller. Allerdings wolle der Vorstand zunächst das Ergebnis der für Donnerstag angesetzten Sondersitzung des Gesamtbetriebsrates abwarten.

Wie Uwe Tschäge, Chef des Gesamtbetriebsrates, gegenüber manager-magazin.de am Freitag erklärt hatte, werde bis zu diesem Termin ein von den Arbeitnehmervertretern in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten zur Kündigung der Betriebsrenten vorliegen. Der Inhalt des Gutachtens werde maßgeblich das weitere Vorgehen des Betriebsrates bestimmen.

Manager-magazin.de hatte am Freitag aus Frankfurter Finanzkreisen erfahren, dass sie intern an einer Ersatzlösung für die eingefrorene Betriebsrente der rund 26.000 Beschäftigten arbeitet.

Zugleich hatte Vorstandschef Müller am Freitagabend Fusionsgespräche mit der HypoVereinsbank  dementiert. "Absagen kann man nur Dinge, die man begonnen hat." Gleichzeitig betonte er aber: "In dieser Branche redet jeder mit jedem, auch über die aktuelle Fusion in Amerika." Welchen Einfluss das auf die europäischen Banken haben werde, sei noch nicht abzusehen.

Die "FTD" hatte am Freitag berichtet, die HypoVereinsbank  habe dem mögliche Fusionspartner Commerzbank wegen der Streichung der Betriebsrenten eine Abfuhr erteilt.

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