Märkte Dax auf 18-Monats-Hoch

Gute Konjunkturdaten aus den USA, eine leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt und starke Zahlen von IBM und Bank of America hellen die Stimmung auf. Der Dax nimmt die Marke von 4100 Zählern ins Visier.

Frankfurt am Main - Am Morgen hatte der verhaltene Ausblick von Intel für Ernüchterung gesorgt. Doch bis kurz vor Eröffnung der Wall Street mehrten sich die guten Nachrichten: Ein nachgebender Euro, deutlich gestiegene Gewinne bei Banc of America und IBM sowie gute Konjunkturdaten am Mittag sorgten dafür, dass der Dax bis 15.30 Uhr auf 4080 Punkte stieg. Das ist der höchste Stand seit Juli 2002.

Die entscheidenden Impulse kommen aus den USA: Der US-Geschäftsklimaindex Empire-State-Manufacturing ist im Januar überraschend deutlich von 36,2 Punkten im Vormonat auf 39,2 Punkte gestiegen. Volkswirte hatten im Durchschnitt nur einen leichten Anstieg auf 37,5 Punkte erwartet. Der Empire-State-Index misst die Geschäftstätigkeit des produzierenden Gewerbes im Staat New York. Ein Indexstand über Null deutet eine Ausweitung der Aktivität an. Für viele Beobachter gilt er als guter Vorlaufindikator für den Philadelphia-Fed-Index (Philly Fed), der am Abend veröffentlicht wird.

Weiterhin ist die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bis 10. Januar um 11.000 auf 343.000 gesunken. Das teilte das US-Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit.

Der Nasdaq Future, der am Vormittag noch tief im Minus notiert hatte, zog nach den Zahlen von IBM  an: Der Computerhersteller hat die Erwartungen sowohl bei Umsatz und Gewinn übertroffen.

Intel ist vorsichtig

Der Chiphersteller Intel  gehörte am Vormittag noch zu den Verlierern, obwohl der Konzern in der Nacht zu Donnerstag ein Rekordquartal gemeldet hat. Der zurückhaltende Ausblick verunsicherte Investoren.

"Intel hat Gewinn und Umsatz zwar deutlich gesteigert, aber der Ausblick hat den hohen Erwartungen nicht entsprochen", sagte Marktanalyst Heino Ruland. "Das dürfte im Dax  nach dem Zuwachs von gestern zunächst Gewinnmitnahmen auslösen." Gewinnmitnahmen werden nun auch bei Intel  erwartet: Nach Bekanntgabe der Zahlen fiel die Aktie im nachbörslichen Handel deutlich.

Yahoo trifft Erwartungen

Auch der Internet-Konzern Yahoo ! hat ungeachtet eines deutlichen Gewinnanstiegs im Schlussquartal 2003 den Markt enttäuscht. Der Gewinn stieg um 62 Prozent auf 75 Millionen Dollar oder von 8 auf 11 Cent je Aktie, wie das Unternehmen am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte. Da die Markterwartungen damit lediglich getroffen wurden, fiel die Yahoo!-Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als fünf Prozent. Der Quartalsumsatz wurde mit 663,9 Millionen Dollar mehr als verdoppelt (Vorjahr: 285,8 Mio Dollar). Für Yahoo! war es das neunte profitable Quartal in Folge und nach Firmenangaben das bisher erfolgreichste.

Apple: Umsatz auf Vier-Jahres-Hoch

Der US-Computerhersteller Apple hat dagegen zu Beginn seines Geschäftsjahres 2003/2004 vom guten Verkauf seines MP3-Players iPod profitiert. "Es war ein herausragendes Quartal für Apple", bewertete Apple-Chef Steve Jobs das erste Quartal (bis 27. Dezember 2003). Sowohl Umsatz als auch Gewinn seien prozentual zweistellig gewachsen.

Für das laufende zweite Quartal werde ebenfalls ein zweistelliges Gewinn- und Umsatzwachstum erwartet. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge um 36 Prozent auf knapp über zwei Milliarden US-Dollar und erreichte damit ein Vier-Jahres-Hoch. Rund 44 Prozent der Erlöse seien im Ausland erzielt worden.

Dax fest - Hausse bei Finanztiteln

MAN bestätigt Prognose

Am Morgen bekräftigte der Maschinen- und Nutzfahrzeugbauer MAN  seine Prognose für 2003, wonach der Gewinn vor Steuern über dem Vorjahreswert liegen soll. Auch für 2004 erwartet das Unternehmen eine deutliche Ergebnisverbesserung. Der Umsatz sei 2003 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 13,5 Milliarden Euro gesunken, teilte der Konzern mit. Der Auftragseingang habe mit 13,7 Milliarden Euro stagniert. Die Aktie  legte im frühen Handel deutlich zu.

Gefragt waren auch die Finanztitel, allen voran HypoVereinsbank  und Commerzbank . Die Übernahme der amerikanischen Bank One durch JP Morgan Chase hat auch in Frankfurt die Übernahmephantasien weiter angeheizt. Auch Allianz und Münchener Rück gehörten zu den Gewinnern.

Nikkei schwächer - Euro gibt deutlich nach

Die Börse in Tokio hat am Donnerstag schwach geschlossen. Der Nikkei-Index für 225 Standardwerte ging mit einem Verlust von 197,85 Punkten oder 1,8 Prozent bei 10 665,15 Punkten aus dem Markt. Auch der Hang Seng in Hongkong gab nach. Der Yen notierte zumDollar nahezu unverändert mit 106,20-22 Yen nach 106,20-23 Yen am Vortag.

Der Euro gab gegenüber dem Dollar nach und beschleunigte nach den guten US-Konjunkturdaten seine Talfahrt. Zuletzt notierte der Euro bei 1,2613 US-Dollar.