Märkte Indizes in Bestform

Das war eine Vorstellung nach Maß. Der Dax schloss am Mittwoch auf dem höchsten Stand seit Juli 2002. Spekulationen um die Investmentbank-Tochter trieben die Aktie der Allianz in die Höhe. Wenn Yahoo und Intel nicht enttäuschen, könnte sich die Rallye am Donnerstag fortsetzen.

Frankfurt am Main - Angetrieben von positiv ausgefallenen US-Konjunkturdaten und einem wieder etwas schwächerer Euro-Kurs haben die meisten deutschen Aktienkurse am Mittwoch zugelegt. Die Spekulation über die Zukunft der Dresdner-Bank-Tochter Kleinwort Wasserstein verhalf dem Dax-Schwergewicht Allianz  zu weiterem Aufrieb.

Der Dax  gewann 1,48 Prozent auf 4055 Punkte hinzu. Damit schloss der wichtigste deutsche Index auf dem höchsten Stand seit Juli 2002. Der MDax  gewann 0,46 Prozent auf 4604 Zähler: der höchste Stand seit August 2001. Der TecDax  stieg um rund ein Prozent auf 582 Punkte: Höchststand seit seiner Einführung im März 2003.

Bei Börsenschluss in Frankfurt verbuchte der Dow Jones  ein Plus von 0,7 Prozent auf 10.503 Punkte, der technologielastige Nasdaq Composite  kletterte um 0,5 Prozent auf 2107 Stellen.

"Der leichte Kursrückgang des Euro stützt den Gesamtmarkt", sagte Oliver Hauer, Händler bei M.M. Warburg. Ein starker Euro (Chart)  gilt vor allem für exportorientierte Unternehmen als Belastungsfaktor, da deren Ausfuhren in das wichtige Exportland USA teurer werden und der Absatz somit schwieriger. Die Gemeinschaftswährung fiel zeitweise deutlich unter 1,27 Dollar nach einem Vortagesschlusskurs von 1,2769 in New York.

Spannend dürfte es nach US-Börsenschluss werden, wenn aus den USA unter anderem Zahlen von Intel  und Yahoo  anstehen. Deren Ergebnisse könnten auch dem deutschen Markt die Richtung für die kommenden Tage vorgeben, sagten Händler.

Spekulationen treiben Allianz-Kurs an

Allianz-Aktie setzt sich an die Dax-Spitze

Ein deutliches Plus verbuchten die Titel des Allfinanzkonzerns Allianz , die um 4,4 Prozent auf 102,70 Euro zulegten. Die Tageszeitung "Die Welt" hatte zuvor vorab aus ihrer Donnerstagausgabe berichtet, die Allianz denke über einen Börsengang der Investmentbanking-Tochter Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) nach. Die Allianz lehnte einen Kommentar ab.

Neu war die Meldung indes nicht. Die Allianz befinde sich nach wie vor in einer theoretischen Diskussion, wie aus DrKW eine eigenständige Einheit gemacht werden könne, erfuhr Reuters am Mittwochabend aus den Kreisen. Noch sei keine Entscheidung über mögliche Optionen und damit künftige Quellen für zusätzliches Kapital für die Investmentbank gefallen. Grundsätzlich denkbar seien sowohl einen Börsengang, ein teilweiser Kauf durch das Management (MBO), die Einbringung in ein Joint Venture oder aber der direkte Verkauf. Die Position der Allianz habe sich seit dem Sommer nicht verändert.

Ein Allianz-Sprecher verwies auf Aussagen von Allianz-Chef Michael Diekmann, der Mitte August 2003 eine Art zweijährige Bestandsgarantie für DrKW abgegeben hatte. "Die DrKW verfügt in den kommenden zwei Jahren über ausreichend Kapital", wiederholte er. "Sollte nach dieser Zeit noch Kapitalbedarf bestehen, müsste dieser von außerhalb gedeckt werden."

Die Aktien von ThyssenKrupp  zählten mit einem Plus von 3,6 Prozent auf 17,03 Euro ebenfalls zu den größten Dax-Gewinnern. Analysten zufolge profitierte die gesamte europäische Stahlbranche am Mittwoch von Erwartungen einer starken Nachfrage und steigender Preise in diesem Jahr.

Die Papiere von Continental  kletterten um 3,90 Prozent auf 32 Euro, nachdem der Autozulieferer mitgeteilt hatte, sein Gewinnziel 2003 übertroffen zu haben.

HVB-Chef spielt wieder einmal die Fusionskarte

Die Aktien der HypoVereinsbank  legten um 2,8 Prozent auf 19,46 Euro zu. HVB-Chef Dieter Rampl hatte am Dienstagabend in München gesagt: "Ich gehe davon aus, dass der Druck zur Konsolidierung in der deutschen Bankenlandschaft in diesem Jahr weiter zunehmen wird." Die HVB werde bei diesem Konsolidierungsprozess eine aktive Rolle spielen. "Im Laufe des Jahres werden Übernahmespekulationen die Kurse im Bankensektor immer wieder bewegen", sagte ein Analyst. Am Nachmittag bekundete die US-Bank Citigroup  ihr Interesse an Übernahmen in Europa.

Rampl hatte am Dienstag zudem gesagt, die HVB werde die österreichische Schoellerbank nicht verkaufen und die Fondstochter Activest nicht in eine Partnerschaft einbringen. "Die Märkte werten es als Zeichen der Stärke, dass die HVB an Schoellerbank und Activest festhält", sagte Analyst Sebastian Reuter von der Helaba.

Fraport hat sein Gewinnziel 2003 erreicht

Im Nebenwerteindex MDax  stiegen die Titel von Fraport  um knapp fünf Prozent. Der Flughafenbetreiber hat nach eigenen Angaben sein Gewinnziel für 2003 erreicht. Hingegen stürzten WCM  um fünf Prozent auf 0,95 Euro. Das angeschlagene Immobilien- und Beteiligungsunternehmen wolle bis Mitte Februar entscheiden, ob sie die Berliner GEHAG zurückkaufen werde, teilte das Unternehmen mit.

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