Commerzbank Steuerfahndung gegen Führungskräfte

Nach der Dresdner und der Deutschen Bank sind nun auch Führungskräfte der Commerzbank ins Visier der Steuerfahndung geraten. Wieder gehen Staatsanwälte von einer systematischen Verschiebung von Kundengeldern aus.

Frankfurt - Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ermittelt gegen Aufsichtsratschef Dietrich-Kurt Frowein und das Vorstandsmitglied Erich Coenen wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung.

Die Bank soll ein System entwickelt haben, mit dem den Kunden die Möglichkeit geboten worden sei, Steuern zu hinterziehen. 80 Prozent der Geldtransfers von Privatkunden seien anonym gelaufen.

Dagegen sagte Commerzbank-Sprecher Pietsch, die Commerzbank habe "zu keinem Zeitpunkt ein System eingerichtet, um Kunden bei der Steuerhinterziehung zu unterstützen". Deshalb sehe das Finanzinstitut dem Fortgang der Ermittlungen gelassen entgegen. Frowein und Coenen seien beide zu Beginn der 90er Jahre für das Privatkundengeschäft zuständig gewesen.

Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, daß die Staatsanwaltschaft Frankfurt gegen den Vorstandssprecher der Deutsche Bank AG, Frankfurt, Rolf Breuer, und drei weitere Vorstände wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung von Kunden ermittelt. Zuvor hatte die Dresdner Bank ein Strafgeld in Millionenhöhe akzeptiert.

Auch bei diesen Instituten soll es nach Meinung der Staatsanwaltschaft ein Steuerspar-System gegeben haben. Bei so einem System hätten auch die zuständigen Vorstände Bescheid wissen müssen, meinen die Ermittler.

Die Commerzbank war bereits im Jahr 1994 zusammen mit anderen Geldinstituten ins Fadenkreuz der Steuerfahnder geraten. Die Steuerfahnder werfen den Kreditinstituten vor, im großen Stil dazu beigetragen zu haben, daß Milliarden nach Luxemburg, Liechtenstein oder in die Schweiz geschleust wurden, um fällige Steuern auf Kapitalerträge zu vermeiden.

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