Deutsche Bank Neue Größe

Interne Provisionen, mehr Investmentbanking, Psychokurse für Mitarbeiter: Vorstandssprecher Rolf Breuer will sein Haus radikal umbauen. Der Aufstieg des früheren Bankers-Trust-Chefs in den Vorstand stößt allerdings auf Kritik.

"Es wird eine neue Deutsche Bank geben", sagte Breuer in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Die Kreditbank alten Stils sei überholt. "Wir haben an faulen Krediten mehr als an allen Marktturbulenzen zusammen verloren", sagte Breuer.

Investmentbanker sollen nun dem Bericht zufolge für gewinnträchtigere Geschäfte sorgen. Zur besseren Motivation der Mitarbeiter seien neue Anreizsysteme geplant. Beispielsweise sollen einem Firmenbetreuer künftig 25 Prozent der Erlöse gutgeschrieben werden, wenn er einen Unternehmer an die Spezialisten des Bereichs "Private Banking" verweist. Könne er die von ihm betreute Firma zu einem Börsengang überzeugen, würden ihm noch größere Teile des Erlöses zuerkannt.

Damit die Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen aus den USA klappt, müssen Tausende von Bankern laut "Der Spiegel" in Psychokursen Vorurteile abbauen. Bei einer Mitarbeiterbefragung seien sowohl in Deutschland als auch in den USA "erschreckende Stereotypen" ans Licht gekommen.

Einige Vorstandsmitglieder der Deutsche Bank AG, Frankfurt, sollen nach Informationen der "Financial Times" (Montagsausgabe) starke Vorbehalte gegen die Berufung des früheren Chefs von Bankers Trust, Frank Newman, in den Vorstand geäußert haben.

Nach der Vereinbarung mit Bankers Trust ist die Berufung Newmans in den Vorstand vorgesehen. Nach dem Prozedere muß der Vorstand die Berufung dem Aufsichtsrat vorschlagen, der im kommenden Monat tagt.

Newmans Position ist geschwächt durch die Beteiligung den Bankers Trust bei einem Skandal um illegale Transfers von Kundeneinlagen. Außerdem ist unklar, welchen Aufgabenbereich Newman im Vorstand übernehmen soll.

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