Dax 37 Prozent in einem Jahr

Der Dax hat zum Jahresende die 4000-Punkte-Marke beinahe geknackt. Die Performance für 2003 kann sich nach drei schwachen Jahren sehen lassen: Im Dax 30 gab es lediglich zwei Verlierer, und zwei Werte haben sich sogar verdoppelt.

Hamburg - Nur vier Pünktchen trennten den Dax  am Dienstag Vormittag von der magischen Marke von 4000 Punkten. Im frühen Handel war der Index auf das Jahreshoch von 3996 Zählern gestiegen. Zum Handelsschluss des verkürzten Handelstages um 14 Uhr MEZ schloss der Deutsche Aktienindex 0,3 Prozent fester bei 3965 Punkten.

Feste US-Börsen hatten die Indizes in Europa angetrieben: Nachdem der Dow Jones  sich deutlich über der Marke von 10.000 Punkten etabliert hat und die 10.500 Punkte anpeilt, hat auch der Nasdaq Composite  in einem neuen Anlauf die Marke von 2000 Zählern gestern überstiegen.

Der Dow notiert auf dem höchsten Stand seit 21 Monaten. An der Wall Street wird am Silvestertag regulär gehandelt, während am morgigen Mittwoch die meisten europäischen Börsen geschlossen bleiben. Heute um 16 Uhr werden in den USA der Einkaufsmanager-Index aus Chicago sowie das Verbrauchervertrauen bekannt gegeben. Fallen diese Daten besser aus als erwartet, könnte es auch im Januar mit dem Dax zunächst weiter aufwärts gehen.

37 Prozent Plus: Wende nach drei schwachen Jahren

Nach drei schwachen Börsenjahren hat der Dax in diesem Jahr mit einem dicken Plus geschlossen. Zum Jahresende 2002 hatte der Dax noch knapp unter 3000 Punkten notiert und war bis Mitte März sogar auf 2200 Punkte gefallen. Seit März hat der Index jedoch knapp 1800 Punkte zugelegt - innerhalb von neun Monaten ein Plus von 81 Prozent. Auf Jahressicht notiert der Index damit rund 37 Prozent im Plus.

Dies ist nach dem dreijährigen Kursrutsch für viele Anleger zwar tröstlich, reicht aber noch nicht aus, um die verheerenden Verluste der Vorjahre auszugleichen. Das Jahr 2000 hatte der Dax mit einem Minus von knapp acht Prozent beendet. Im Jahr 2001 waren es minus 20 Prozent und im Jahr 2002 sogar minus 42 Prozent.

Die Gewinner und Verlierer im Jahr 2003

Zu den stärksten Dax-Werten zählen die Commerzbank  sowie die Aktie des Dax-Aufsteigers Continental , die auf Jahressicht 108 bzw. 100 Prozent zugelegt haben. Zu den Top Five im Dax gehören außerdem die Aktien von MAN , SAP  und Deutscher Post , die um jeweils mehr als 50 Prozent geklettert sind.

Kursverluste mussten im Dax 30 auf Jahressicht lediglich die Münchener Rück  und der Pharmakonzern Schering , hinnehmen. Die weltgrößte Rückversicherung, die das Geschäftsjahr 2003 mit einem Verlust beendet hat, gab auf Jahressicht elf Prozent nach. Einen Verlust von drei Prozent verbuchte Schering, die einen Großteil ihrer Erlöse in den USA erzielen und besonders unter der Dollar-Schwäche litten.

Window Dressing: Warum Zukäufe jetzt riskant sind

Window-Dressing: Fonds putzen sich heraus

Mit Zukäufen sollten Anleger derzeit allerdings vorsichtig sein. Bei schwachen Umsätzen nutzen derzeit vor allem Fondsmanager die Gelegenheit zum "Window Dressing": Durch gezielte Zukäufe bessern sie die Kurse ihrer gehaltenen Aktien auf, um mit ihrer Jahresschlussbilanz, die bald den Fondsbesitzern ins Haus flattern wird, besser dazustehen.

Für den Januar rechnen Händler wieder mit stärkeren Schwankungen im Index und nicht mit einer derart stabilen Aufwärtsbewegung wie in den vergangenen Tagen. Gewinnmitnahmen im Januar sind wahrscheinlich, doch fließt andererseits im Januar auch wieder mehr frisches Geld in die Märkte.

Telekom über Ausgabekurs

Auch die Aktie der Deutschen Telekom  hat am Dienstag den umgerechneten Ausgabepreis zum Börsengang im Jahre 1996 wieder überstiegen. Im frühen Handel erreichte der Kurs der T-Aktie 14,61 Euro.

Auch der Pharmakonzern Altana  konnte sich erholen und legte 1,1 Prozent auf 48,12 Euro zu. Das Unternehmen hatte vor Handelsbeginn gemeldet, in den USA den Zulassungsantrag für das gemeinsam mit Aventis entwickelte Asthma-Präparat Alvesco eingereicht zu haben.

Euro knapp unter 1,25 Dollar

Der Euro verlor am Dienstagmorgen etwas an Wert und rutschte knapp unter die Marke von 1,25 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte am Vortag mit 1,2499 US-Dollar den höchsten Euro-Referenzkurs seit der Erstnotiz der Gemeinschaftswährung vor fünf Jahren fest gestellt.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.