Montag, 27. Mai 2019

Lufthansa Die Kosten müssen runter

Wolfgang Mayrhuber will es alleine schaffen. Eine Fusion nach dem Vorbild KLM/Air France ist für den Lufthansa-Chef derzeit kein Thema. An Baustellen mangelt es indes auch im kommenden Jahr nicht. Die Reisetochter Thomas Cook ist nur ein Beispiel.

Frankfurt - Für die Lufthansa Börsen-Chart zeigen dürfte das kommende Geschäftsjahr vor allem im Zeichen von Kostensenkungen stehen. Ob das geplante Sparpaket allerdings ausreichen wird, die Kapitalmärkte zu befriedigen, darüber gehen die Meinungen von Branchenkennern auseinander.

 Wolfgang Mayrhuber: Der Lufthansa-Chef hat im kommenden Jahr noch so manche Baustelle im Konzern zu beackern
Wolfgang Mayrhuber: Der Lufthansa-Chef hat im kommenden Jahr noch so manche Baustelle im Konzern zu beackern
Bislang ist erst ein Drittel der geplanten Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro identifiziert. Profitieren dürfte die Airline in jedem Fall von steigenden Passagierzahlen, sofern sich die aktuellen Prognosen bewahrheiten. Als Sorgenkinder dürften sich - wie bereits 2003 - die Catering-Sparte und die Touristik-Tochter Thomas Cook erweisen.

Der Aktionsplan zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit soll bis 2005 Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro bringen und bis zum Beginn des Sommerflugplans Anfang April klar definiert sein. Bislang ist nach Unternehmensangaben ein Sparvolumen von 400 Millionen Euro auf den Weg gebracht worden. Im Zuge der geplanten strategischen Neuausrichtung des Kontinentalverkehrs soll unter anderem bei Produktionsprozessen, Lieferanten und beim Personal gespart werden.

Die Effizienz beim Kontinentalverkehr muss steigen

Neben dem "harten" Teil gehört auch eine "weiche" Komponente, die so genannte Initiative Luftverkehr für Deutschland, die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Damit soll - unter Einbeziehung der Politik - Druck auf die Flughäfen ausgeübt werden, um bei der Gebührenordnung eine Gleichbehandlung mit den Low-Cost-Airlines zu erreichen, sagt Hans Huff, Analyst bei der Bankgesellschaft Berlin. Huff zeigt sich allerdings skeptisch, ob das in vollem Umfang gelingen wird, da mit Widerstand der No-Frills-Carrier und der Airports zu rechnen sei. Dringend notwendig wäre es für die Lufthansa, wie an den jüngsten Verkehrszahlen abzulesen sei.

Diese zeigten, dass der Kontinentalverkehr mit einer Passagierauslastung von 61 Prozent der Konzernauslastung mit rund 74 Prozent stark hinterherhinke, bemerkt der Analyst. Er rechnet für das Jahr 2004 mit einem Umsatzplus von rund vier Prozent auf 17,3 Milliarden Euro und einem operativem Ergebnis zwischen 300 Millionen und 500 Millionen Euro.

Uwe Weinreich, Analyst bei der HypoVereinsbank, hält die prognostizierte Ergebniswirkung der bislang bekannten Sparmaßnahmen von 400 Millionen Euro für zu niedrig und hat seine Ergebnisschätzung für 2004 sowie das Kursziel der Lufthansa-Aktie entsprechend reduziert. Weinreich rechnet mit einem Umsatzplus von knapp acht Prozent auf 17,4 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis von 578 Millionen Euro.

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