Escada Flecken auf der Bilanz

Der Modekonzern ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Vorstandschef Ley sieht den Konzern dank der eingeleiteten Umstrukturierungen aber auf dem richtigen Weg. Kommendes Jahr sollen wieder Gewinne geschrieben werden.

München - Escada  ist in seinem Geschäftsjahr 2002/03 (31. Oktober) bei einem Umsatzrückgang in die roten Zahlen gerutscht. Wegen der angekündigten Umstrukturierung hofft der Konzern aber, im Gesamtjahr 2003/04 wieder zurück in die Gewinnzone zu finden. Die Aktie von Escada rutschte am Dienstagvormittag um 1,4 Prozent auf 14,60 Euro.

Wie das Unternehmen mitteilte, sei in 2002/03 nach Steuern und Minderheitsanteilen nach vorläufigen Zahlen ein Fehlbetrag in Höhe von 75 Millionen Euro erwirtschaftet worden - nach einem Plus von 4,4 Millionen Euro im Vorjahr. Auf das Ergebnis drückten Sonderbelastungen in Höhe von 42 Millionen Euro, wovon allein 26,5 Millionen Euro auf den Unternehmensumbau entfielen.

Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) rutschte von 55,1 Millionen Euro im Vorjahr auf sechs Millionen Euro. Der Umsatz ging von 773 Millionen auf 621 Millionen Euro zurück. Bereinigt um Entkonsolidierungs- und Wechselkurseffekte lag der Rückgang bei fünf Prozent.

Mit seiner Umsetzung seines im September angekündigten Restrukturierungsprogramms liegt Escada laut eigenen Angaben voll im Plan: So seien bereits mit 75 Prozent der Mitarbeiter, die von den Stellenstreichungen betroffen sind, entsprechende Regelungen getroffen worden. Escada will bis zum Geschäftsjahr 2004/05 60 Millionen Euro einsparen, davon allein 40 Millionen Euro im laufenden Geschäftsjahr 2003/04. Insgesamt sollen 850 Arbeitsplätze wegfallen, davon rund 300 in Deutschland.

"Escada ist nach dem schwierigen Geschäftsjahr 2002/03 wieder auf einem guten Weg", sagte Vorstandsvorsitzender Wolfgang Ley. "Wir haben nun eine solide Finanzbasis, auf der wir die Marke konsequent weiterentwickeln können. Auf Basis der künftigen schlanken Plattform sieht der Vorstand auch ohne eine Belebung der weltweiten Wirtschaft die Chance, bereits im Geschäftsjahr 2003/04 wieder ein positives Konzernergebnis nach Steuern auszuweisen."

Escada hatte im Oktober eine Kapitalerhöhung durchgeführt, die dem Unternehmen 100 Millionen Euro eingebracht hatte. Seit Ende Juli konnten die Münchener ihre Schulden eigenen Angaben zufolge um 100 Millionen Euro auf 204 Millionen Euro zu Ende Oktober senken. Zu diesem Stichtag lag die Eigenkapitalquote (inklusive Wandelanleihekapital) 20,5 Prozent nach 17 Prozent im Vorjahr. Die Rückzahlung der im August 2004 fälligen Kapitalmarktanleihe sei gesichert.

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