US-Fondsskandal Axa-Tochter droht Rekordstrafe

Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer setzt die US-Fondsindustrie weiter unter Druck. Um ein Gerichtsverfahren abzuwehren, könnte die Alliance Capital Management im Rahmen einer Schlichtung das Eineinhalbfache eines Jahresgewinns zahlen.

New York - Die zur französischen Axa  gehörende amerikanische Fondsgesellschaft Alliance Capital Management Holding LP wird möglicherweise 250 Millionen Dollar Strafe zahlen müssen, um Vorwürfe wegen fragwürdiger Handelspraktiken außergerichtlich beizulegen. Das meldeten US-Medien am Montag. Es wäre die höchste Strafe, die jemals gegen einen Investmentfonds verhängt wurde.

Alliance hat die Bevorzugung etlicher ihrer Kunden auf Kosten des breiten Publikums zugegeben. Im Rahmen einer möglichen Schlichtung könnte Alliance auch einer Gebührensenkung zustimmen, heißt es in den Berichten, die sich auf den Verhandlungen nahe stehende Quellen berufen.

Gebührensenkungen hat beispielsweise der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer gefordert. Er hat die Vorwürfe gegen die sieben Billionen Dollar schwere Fondsbranche am 3. September eingebracht. Die Strafe gegen Alliance wäre die erste seit Beginn der Ermittlungen.

Die Summe entspricht dem Eineinhalbfachen des für 2002 ausgewiesenen Gewinns der Gesellschaft und zehn Prozent ihres Börsenwertes. Ermittlungen laufen gegen 22 andere Fondsgesellschaften, darunter Putnam Investments, Strong Capital Management und Invesco Funds Group. Sie fokussieren vor allem auf die Praxis des Market Timing: Bevorzugte Investoren profitieren davon, dass der Schlusskurs von Anlagefonds einmal täglich um 16 Uhr ermittelt wird, während die zugrunde liegenden Aktien der Fonds den ganzen Tag über gehandelt werden.

Das vielfache Kaufen und Verkaufen der Fonds mit dem Ziel, Preisdiskrepanzen zu nutzen, kann zur Erhöhung der Transaktionskosten für alle Investmentfondinvestoren und damit zur Schmälerung langfristiger Renditen führen.

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