Märkte Gute US-Konjunkturdaten heben die Stimmung

Die Industrieproduktion in den USA ist im November überraschend stark gestiegen. Zugleich nähren fallende Verbraucherpreise die Hoffnung, das die US-Notenbank die Zinsen weiter niedrig halten wird. Während der Dax seine Verluste deutlich reduziert, steht der Dow Jones fest im Plus.

New York/Frankfurt am Main - Die US-Aktienmärkte sind am Dienstag nach Veröffentlichung überraschend starker Konjunkturdaten mit Kursgewinnen in den Handel gestartet und trugen damit zu einer freundlicheren Tendenz an der Frankfurter Börse bei.

Der Dow Jones  notierte gegen 16.45 Uhr rund ein halbes Prozent höher mit 10.073 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 0,3 Prozent auf 1071 Zähler. Der Index der Technologiebörse , der Nasdaq Composite , pendelte zuletzt um seinen Vortagesschluss bei 1917 Zählern. Der Dax  konnte sein Minus nahezu vollständig abbauen und stand bei 3870 Zählern.

US-Industrieproduktion steigt, Dollar legt zu

Vor Börsenbeginn veröffentlichte Daten hatten die Wall Street positiv überrascht. So legte die Industrieproduktion im November so stark zu wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr und übertraf zudem die Erwartungen der Analysten. Der Dollar zeigte sich von der Meldung zunächst unberührt, zog dann aber am späten Nachmittag im Verhältnis zum Euro an. Zuletzt wurde der Euro mit 1,2316 Dollar gehandelt. Am Vormittag hatte die Gemeinschaftswährung mit 1,2361 Dollar ihren Stand seit Einführung an den Finanzmärkten im Januar 1999 erreicht.

Außerdem gingen im vergangenen Monat die Verbraucherpreise überraschend zurück und drängten damit aufkommende Inflationsängste in den Hintergrund. Analysten werten die Preisdaten als Hinweis darauf, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinsen noch für geraume Zeit niedrig halten werde.

Auch die US-Kapazitätsauslastung steigt

Die US-Industrieproduktion ist im November überraschend stark gestiegen. Die Gesamterzeugung der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger in den USA habe zum Vormonat um 0,9 Prozent zugelegt, teilte die US-Notenbank (Fed) am Dienstag in Washington mit. Dies war das stärkste Plus seit Oktober 1999. Analysten hatten im Schnitt mit einem schwächeren Zuwachs von 0,5 Prozent gerechnet.

Die Kapazitätsauslastung belief sich auf 75,7 Prozent nach 75,1 Prozent im Vormonat. Sie lag damit so hoch wie seit September 2002 nicht mehr. Analysten hatten durchschnittlich mit 75,3 Prozent gerechnet.

US-Verbraucherpreise fallen deutlich

Ein unerwarteter Rückgang der Verbraucherpreise im November drängte in den USA am Dienstag zudem Inflationssorgen und damit auch Spekulationen über baldige Zinserhöhungen in den Hintergrund.

Für eine Überraschung sorgte insbesondere die rückläufige Preisentwicklung ohne Berücksichtigung der schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelkosten. In dieser so genannten Kernrate ergab sich das erste Minus seit mehr als 20 Jahren, wie am Dienstag vorgelegte Daten des US-Arbeitsministerium zeigten.

Analysten zufolge bestätigen diese, dass die Inflationsgefahren in der weltgrößten Volkswirtschaft trotz der zunehmenden Konjunkturbelebung noch sehr gering seien und die US-Notenbank (Fed) die Zinsen möglicherweise auch noch das ganze nächste Jahr auf dem niedrigsten Niveau seit 1958 halten könne.

Nach Angaben des Arbeitsministeriums gingen die Verbraucherpreise im vergangenen Monat zum Vormonat um 0,2 Prozent zurück, während von Reuters befragte Analysten im Schnitt mit einem leichten Anstieg von 0,1 Prozent gerechnet hatten. In der Kernrate fielen die Preise um 0,1 Prozent. Dies war der erste Rückgang seit rund 21 Jahren. Analysten hatten demgegenüber auch hier ein geringes Plus von 0,1 Prozent prognostiziert.

Leistungsbilanzdefizit in den USA sinkt

Das Leistungsbilanzdefizit in den USA ist im dritten Quartal überraschend deutlich gesunken. Das Defizit sei von revidiert 139,4 Milliarden auf 135,0 Milliarden Dollar zurückgegangen, teilte das US-Handelsministerium am Dienstag in Washington mit. Volkswirte hatten für das dritte Quartal ein Leistungsbilanzdefizit von 136,6 Milliarden Dollar erwartet. Das Defizit in der Waren- und Dienstleistungsbilanz verringerte sich im dritten Quartal von 124,2 Milliarden im Vorquartal auf 121,3 Milliarden Dollar.

US-Bürger bauen wieder mehr

Gute Nachrichten gab es auch aus der US-Baubranche. Die Hausbaubeginne in den USA sind im November unerwartet gestiegen und erreichten den höchsten Stand seit 20 Jahren. Sie seien um 4,5 Prozent zum Vormonat auf einen annualisierten Wert von 2,07 Millionen geklettert, teilte das Handelsministerium am Dienstag in Washington mit. Volkswirte hatten zuvor einen Rückgang auf 1,90 Millionen Häuser erwartet.

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