Wella Übernahme auf dem Prüfstand

Die Milliarden-Übernahme der Haarpflegefirma durch den US-Konzern Procter & Gamble wird offenbar doch einer Sonderprüfung unterzogen. Die Vorwürfe sollen "rückhaltlos geklärt werden".

Hamburg - Procter & Gamble (P&G)  will einem Antrag von Wella-Minderheitsaktionären  auf der außerordentlichen Hauptversammlung auf eine Sonderprüfung der Übernahme zustimmen. Dies sagte ein Sprecher des US-Konzerns der "Financial Times Deutschland".

Der US-Konzern könnte dank seines Anteils von rund 98 Prozent der Stammaktien - und damit auch der Stimmrechte - zwar jeden Antrag ablehnen. Jedoch habe der Wella-Vorstand gestern die Zustimmung zur Sonderprüfung befürwortet, um die kursierenden Vorwürfe aus der Welt zu schaffen, so der Sprecher. "Hierbei besteht überhaupt kein Zweifel, dass die erhobenen Vorwürfe rückhaltlos geklärt werden und ihre Haltlosigkeit festgestellt wird", heißt es dazu in einer Erklärung der Darmstädter.

Diese beziehen sich auf die Wella-Übernahme durch P&G. Ein Konsortium aus Hedge-Fonds wolle das Verhalten des Vorstands und Aufsichtsrats von Wella bei der Übernahme durch P&G von Sonderprüfern untersuchen lassen, heißt es weiter. Die Minderheitsaktionäre fühlten sich bei der Übernahme benachteiligt, weil Vorzugsaktionäre dabei weniger Geld für ihre Aktien erhielten als die Stammaktionäre von Wella. Die Minderheitsaktionäre lehnten die Offerte damals ab.

Zudem werfe das Konsortium Wella-Chef Heiner Gürtler einen Interessenkonflikt vor, da er auch in einem P&G-Spitzengremium sitze. Die Minderheitsaktionäre halten den Angaben zufolge zusammen etwa 15 Prozent des Wella-Kapitals.

Die von einigen Minderheitsaktionären geforderte außerordentliche Hauptversammlung soll nun offiziell am 3. Februar 2004 stattfinden.