Banken Ein steiniger Weg

Die Bilanzsituation der deutschen Großbanken bleibt angespannt. Nur allmählich werden die Finanzhäuser wieder höhere Gewinne einfahren, so das Fazit einer Branchenanalyse von Standard & Poor's.

Frankfurt am Main - Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) erwartet nur allmählich wieder höhere Gewinne bei deutschen Banken. Dabei würden die Geschäftsbanken weiter von ihrem Sparkurs und einer niedrigeren Risikovorsorge für faule Kredite profitieren, ohne jedoch die Erträge aus dem operativen Geschäft nennenswert zu steigern.

"Es ist nach wie vor unsicher, ob die deutschen Banken in der Lage sind, ausreichend Erträge für eine Profititabilität zu erwirtschaften, die ihrem Rating-Niveau entspricht", hieß es in einer am Donnerstag vorgelegten S&P-Branchenanalyse. Deutsche Banken dürften weiterhin weniger profitabel sein als ihre europäischen Wettbewerber.

Mit einem Aufbrechen der drei Säulen privater, genossenschaftlicher und öffentlich-rechtlicher Kreditinstitute rechnen die S&P-Analysten kaum. "Während S&P eine weitere Konsolidierung innerhalb dieser drei Bankengruppen erwartet, halten wir Akquisitionen oder Fusionen über die Grenzen der Sektoren hinweg auf kurze oder mittlere Sicht für nicht realisierbar."

Ein Hauptrisiko für die Banken ist nach Ansicht von S&P das politische und wirtschaftliche Umfeld in Deutschland mit einem prognostiziertem Wirtschaftswachstum von nur 1,5 Prozent für 2004 und die erwarteten Strukturreformen, die aber bislang weder entschieden noch umgesetzt sind.

Ratingabstufungen sind nicht ausgeschlossen

Die Analysten erkennen die Restrukturierungsanstrengungen vor allem der Geschäftsbanken an und berücksichtigen in ihren Ratings weitere Verbesserungen. "Falls die Ziele nicht erreicht werden, könnte sich das erneut negativ auf die Ratings auswirken", hieß es allerdings.

Das beste Langfristrating der deutschen Initiative bei S&P hat die Deutsche Bank  mit AA- und einem stabilen Ausblick. HypoVereinsbank  und Commerzbank  werden beide mit A- und negativem Ausblick bewertet. Die Dresdner Bank profitiert mit ihrem "A" und negativem Ausblick erheblich von dem "AA-" mit negativem Ausblick ihrer Konzernmutter Allianz .

Übernahme aus dem Ausland unwahrscheinlich

In einem Gespräch mit dem Handelsblatt hatte S&P-Analyst Stefan Best zuvor gesagt, dass er in den kommenden Monaten keinen Übernahmeversuch aus dem Ausland erwartet. "Jeder Konzernmanager hätte dann ein Erklärungsproblem gegenüber den Aktionären, wenn er in einen margenschwachen Markt wie Deutschland investiert."