Beru Springt der Funke über?

Der Stuttgarter Automobilzulieferer will seinen Zugang zu US-Investoren verbessern und seine Ertragskraft in den Vereinigten Staaten erhöhen. Deshalb sind Aktienanteile des MDax-Konzerns jetzt auch in Übersee handelbar.

Stuttgart/New York - Ab diesem Montag können Aktienanteile des im Prime Standard notierten Autozulieferers Beru  auch in den USA gehandelt werden. Das Unternehmen möchte auf diesem Weg neue Investoren in Übersee gewinnen. Die US-Börsenaufsicht SEC in New York habe Beru die Genehmigung zur Ausgabe so genannter American Depository Receipts (ADR) erteilt, teilte der bei Stuttgart ansässige Dieseltechnik-Spezialist am Montag auf seiner Internetseite mit.

Jeder Hinterlegungsschein stehe für eine halbe Aktie. Die Scheine sind außerbörslich handelbar. Über das Volumen des ADR-Programms machte das Unternehmen keine Angaben. Als Depotbank für das Programm fungiere die Deutsche Bank , hieß es weiter. "Mit dem ADR-Programm verbessern wir den Zugang zu den US-Investoren", begründete Beru-Vorstandschef Marco von Maltzan den Schritt des MDax-Unternehmens.

Viele Fonds in den USA dürften laut Satzung nur in Dollar gehandelte Aktien kaufen, erläuterte ein Sprecher am Montag weiter. Acht bis zehn Prozent der Beru-Aktien seien in US-Händen, künftig sollten es mehr werden. Damit könnte der Handel mit Beru-Papieren liquider werden, hofft von Maltzan.

Da sich Dieselmotoren und Reifendruck-Kontrollsysteme immer stärker verbreiten würden, erhofft sich Beru durch den ADR-Handel nicht nur einen größeren Bekannheitsgrad in den USA. Vielmehr will der Autozulieferer auf dem nordamerikanischen Automarkt auch operativ stärker Fuß fassen, hieß es am Montag weiter.

Beru unterhält Produktionsstätten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Korea, Mexiko und Spanien. Joint Ventures bestehen unter anderem mit Firmen in Indien, Niederlanden und Ungarn.

Umsatzplus von 15 Prozent geplant

Nachsteuerergebnis im ersten Halbjahr rückläufig

Der Autozulieferer hatte Mitte November für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2003/04 (31. März) einen Umsatzanstieg von 9,6 Prozent auf 153,8 Millionen Euro ausgewiesen. Bis zum Ende des Geschäftsjahres will Beru den Umsatz um 15 Prozent erhöhen.

Das größte Umsatzplus im ersten Halbjahr hatten die Sparten elektronische Reifendruck-Kontrollsysteme (plus 77,5 Prozent auf 14,2 Millionen Euro) und der Geschäftsbereich Elektronik und Sensorik (plus 23 Prozent auf 35,9 Millionen Euro) verbucht.

Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern war in der ersten Jahreshälfte um 19,6 Prozent auf 24,4 Millionen Euro geklettert. Das Nachsteuerergebnis (Jahresüberschuss) hingegen sank um 7,3 Prozent auf 16,6 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum 17,9 Millionen Euro).

Dies hatte das Unternehmen auch mit der von 30,9 auf 36,6 Prozent gestiegenen Steuerquote begründet. Zugleich hatten die niedrigen Zinsen das Finanzergebnis auf 1,3 Millionen Euro von 1,7 Millionen Euro gedrückt.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.