Die Steuer-Kolumne Jetzt noch schnell Steuern sparen

Jedes Jahr ist es das Gleiche: Ein Jahr geht zu Ende und man fragt sich, wo die Zeit geblieben ist. Je näher der 31. Dezember rückt, desto häufiger stellt sich außerdem die Frage, ob man wirklich alles getan hat, um dem Finanzamt nicht mehr zu überlassen, als dem Staat zusteht. Hier einige Tipps, worauf Sie achten sollten.
Von Hartmut Fischer

Besitzer von vermietetem Eigentum

Prüfen Sie auf jeden Fall noch einmal, ob Sie alle Ausgaben, die als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzbar sind, berücksichtigt haben. Das Bundesfinanzministerium hat sich inzwischen der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs angepasst und akzeptiert hier alle Aufwendungen für die Instandhaltung und Modernisierung, die nicht als Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesehen werden.

Die frühere Regelung, wonach in den ersten drei Jahren nach Fertigstellung beziehungsweise Erwerb einer Immobilie die so genannten "Anschaffungsnahen Aufwendungen" den Anschaffungs- oder Herstellungskosten zuzuschlagen sind und über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden, wenn sie innerhalb der drei Jahre 15 Prozent übersteigen, ist hinfällig geworden.

Nunmehr geht es lediglich um die Begriffsdefinitionen "Anschaffungskosten" und "Herstellungskosten" im § 255 des Handelgesetzbuches. Danach sind "Anschaffungskosten" (Artikel 1):

"(1) Anschaffungskosten sind die Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, soweit sie dem Vermögensgegenstand einzeln zugeordnet werden können. Zu den Anschaffungskosten gehören auch die Nebenkosten sowie die nachträglichen Anschaffungskosten. Anschaffungspreisminderungen sind abzusetzen."

Der Begriff der "Herstellungskosten" wird in Artikel 2 des § 255 HGB definiert:

"(2) Herstellungskosten sind die Aufwendungen, die durch den Verbrauch von Gütern und die Inanspruchnahme von Diensten für die Herstellung eines Vermögensgegenstands, seine Erweiterung oder für eine über seinen ursprünglichen Zustand hinausgehende wesentliche Verbesserung entstehen. Dazu gehören die Materialkosten, die Fertigungskosten und die Sonderkosten der Fertigung.

Bei der Berechnung der Herstellungskosten dürfen auch angemessene Teile der notwendigen Materialgemeinkosten, der notwendigen Fertigungsgemeinkosten und des Wertverzehrs des Anlagevermögens, soweit er durch die Fertigung veranlasst ist, eingerechnet werden. Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für betriebliche Altersversorgung brauchen nicht eingerechnet zu werden.

Aufwendungen im Sinne der Sätze 3 und 4 dürfen nur insoweit berücksichtigt werden, als sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Vertriebskosten dürfen nicht in die Herstellungskosten einbezogen werden."

Immobilien

Wird der Standard - und damit der Wert - eines Gebäudes durch entsprechende Baumaßnahmen entscheidend verbessert, so gehören die dadurch entstandenen Kosten zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten und können entsprechenden nicht direkt abgeschrieben werden. Von einer entscheidenden Verbesserung ist die Rede, wenn das Gebäude von einem einfachen auf einen mittleren oder einem mittleren auf einen hohen Standard gebracht wird.

Zur Beurteilung können Sie die folgenden Bereiche zu Grunde legen:

- Elektro-Installation
- Fenster
- Heizungsanlage
- Sanitärinstallation

Wenn im Rahmen der durchgeführten Baumaßnahmen mindestens drei dieser Bereich erneuert werden, müssen die Kosten als Herstellungsaufwand gesehen und zusammen mit den Gebäudekosten verteilt abgeschrieben werden.

Zinsen, Zinsen, Zinsen

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Sie haben Geld angelegt und erhalten Zinsen. Richtig so - das steht Ihnen zu. Achten Sie aber auch darauf, dass man ihnen nicht zu viel davon wegnimmt.

Für 2003 steht Ihnen steuerfreier Sparerfreibetrag zu, der sich aus dem eigentlichen Freibetrag und einer Werbungskostenpauschale zusammensetzt. Ledigen steht somit ein Freibetrag von insgesamt 1.601 Euro und Verheirateten 3.202 Euro zur Verfügung.

Sollten Ihre Werbungskosten für Einkünfte aus Kapitalvermögen unter dieser Grenze liegen, brauchen Sie keine Belege einreichen. Aber die Grenze ist schnell erreicht und beim Überschreiten bringen die Belege bares Geld.

Folgende Kosten können Sie dabei beispielsweise geltend machen:

- Bankgebühren
- Depotgebühren
- Rechtsanwaltshonorare
- Safemieten
- Schuldzinsen, falls die Anlage über Darlehen finanziert wurde
- Steuerberaterhonorare
- Reisekosten und Übernachtungskosten im Zusammenhang mit Gesellschafter- oder Aktionärsversammlungen

Fälschlicherweise halten viele die so genannten Stückzinsen, die Sie beim Erwerb eines Wertpapiers oft zahlen müssen, für Werbungskosten. Dies ist aber nicht der Fall. Die Stückzinsen mindern als direkte Ausgabe ihr zu versteuerndes Einkommen. Sie können die gezahlten Stückzinsen also direkt vom zu versteuernden Einkommen abziehen.

Ganz wichtig ist, dass die Bank(en) entsprechende Freistellungsaufträge vorliegen hat. Liegt ein solcher Bescheid nicht vor oder ist dieser nicht korrekt ausgefüllt, so muss die Bank die so genannte Quellensteuer (zwischen 25 und 30 Prozent der Zinsen - bei besonderen Geschäften, wie etwa Tafelgeschäften sogar 35 Prozent) einbehalten.

Selbst wenn die Bank etwa fehlende Angaben aus anderen Unterlagen rekonstruieren könnte, ist der Antrag dann unvollständig und die Quellensteuer wird automatisch einbehalten.

Arbeitnehmer

Arbeitnehmer

Für den großen Personenkreis derer, die "Einkünfte aus nicht selbstständiger Tätigkeit" beziehen, gilt der Grundsatz, auf jeden Fall die Einkommensteuererklärung sofort nach Erhalt der Lohnsteuerkarte einzureichen. Denn da in den meisten Fällen eine durchaus stattliche Rückerstattung zu erwarten ist, ist jeder Tag, den man länger wartet ein zusätzlicher Tag, an dem man dem Fiskus ein Darlehen gewährt.

Viele Steuerzahler sind der Meinung, bei ihnen würde sich nicht viel ändern, weil sich ja auch bei ihren Einnahmen nicht viel ändert. Dies ist ein fataler Irrtum: Gerade Änderungen im Detail können sich positiv - aber leider auch negativ - auswirken.

Wichtig auch: Bei Bescheiden, die eine Nachzahlung verlangen sollte man skeptisch sein. Experten gehen davon aus, dass rund ein Drittel der Steuerbescheide Fehler beinhalten.

Der Steuerlaie ist auf Unterstützung angewiesen. Die "klassischen Berater" Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein haben gerade in den letzten Jahren elektronische Konkurrenz bekommen: Steuerprogramme für den heimischen PC erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit.

So hat sich die Zahl der elektronisch abgegebenen Einkommensteuererklärungen seit dem Jahr 2000 bis in dieses Jahr verzehnfacht. Das meistverkaufte Produkt ist das WISO Sparbuch der Buhl Data Service GmbH, das von jedem dritten Kunden erworben wird.

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