US-Konjunktur Starkes Wachstum

Die Steuergeschenke von US-Präsident George W. Bush wirken zumindest kurzfristig. Im abgelaufenen Quartal ist die Wirtschaft so stark gewachsen wie seit 19 Jahren nicht mehr.

Washington - Die US-Wirtschaft hat im 3. Quartal noch mehr Dampf entwickelt als bislang angenommen. Das Handelsministerium korrigierte das Wachstum auf hochgerechneter Jahresbasis in seiner zweiten Schätzung am Dienstag in Washington von 7,2 auf 8,2 Prozent. Das war der größte Sprung seit 1984.

Inflationsbereinigt betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 3. Quartal auf hochgerechneter Jahresbasis 9,82 Billionen Dollar. Volkswirte gehen allerdings nicht davon aus, dass die Wachstumsrate im laufenden 4. Quartal beibehalten wird.

Steuerrückzahlungen und niedrige Zinsen helfen

Im Sommer erhielten Millionen von Menschen in den USA Schecks mit Steuerrückzahlungen, die US-Präsident George W. Bush durchgesetzt hatte. Wegen der niedrigen Zinsen entschloss sich zudem eine Rekordzahl von Hausbesitzern zur Neufinanzierung von Hypotheken, was in vielen Fällen mit neuen Krediten verbunden war. Die Auswirkung dieser Ausgaben dürften nach Meinung von Volkswirten zum Jahresende nachlassen. Zwischen April und Juni war die US-Wirtschaft mit einer hochgerechneten Jahresrate von 3,3 Prozent gewachsen.

"Die Verbraucherausgaben sind mäßiger in diesem Quartal, aber der breite Aufschwung deutet auf solides Wachstum im nächsten Jahr hin", sagte der Ökonom der Investmentbank Banc of America Securities, Peter Kretzmer, der Wirtschaftsagentur Bloomberg.

Nach der milden Rezession 2001 und dem zunächst verhaltenen Aufschwung kletterten die Verbraucherausgaben zwischen Juli und September dieses Jahres um 6,4 Prozent, so schnell wie seit sechs Jahren nicht mehr. Die Bestände wurden im ganzen Quartal um 14,1 Milliarden Dollar reduziert. Angesichts der wachsenden Nachfrage füllten die Unternehmen vor allem im September ihre Lagerbestände auf.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.